Digitalisierung Ja oder Nein?

Digitalisierung Ja oder Nein?

Diese Frage stellt sich für WIFI-Kurator Georg Spiegelfeld nicht, denn es gehe längst nicht mehr um die Frage der Bejahung oder Verneinung, sondern nur mehr um das „Wie“. Also: Wie sieht die berufliche digitale Erwachsenenbildung in Zukunft aus und wie wird diese angenommen?

„Wir befinden uns im größten technologischen Wandel, den es je gab. Wir müssen von der Wirtschaft zu den Menschen und diese auch digital weiterbilden“, so Spiegelfeld. Die Digitalisierung biete neue Formen von Produkten, neue Dienstleistungen und neue Arbeitsformen. Das WIFI sehe seinen Auftrag darin, Trends frühzeitig zu erkennen und sein Angebot auf diese Entwicklungen für die berufliche Erwachsenenbildung anzupassen.

Wie wir in Zukunft lernen

„82 Prozent gaben bei einer Image-Befragung an, dass das WIFI die Fähigkeiten kenne, welche in Zukunft notwendig sein werden. Darum sehen wir einen klaren Auftrag bei der Trendbeobachtung mit Bezug auf die berufliche Erwachsenenbildung“, so WIFI-Institutsleiter Harald Wolfslehner. Der digitale Einfluss – vor allem auf jüngere Menschen – werfe die Frage auf, was und wie wir in Zukunft überhaupt lernen wollen und müssen. Aktuell bietet das WIFI elektronische Anmeldungen, Apps, Lernvideos und Lernplattformen an. Doch was sagt eigentlich die Bevölkerung zur digitalen Weiterbildung? Aus einer aktuellen Umfrage des IMAS Marktforschungsinstituts geht hervor, dass allerlei Vor- und Nachteile aus dem digitalen Lernen, dem E-Learning, entstehen. „Auf der Vorteilseite stehen mit 32 und 28 Prozent die freie Zeiteinteilung sowie die Zeit- und Ortsunabhängigkeit, auf der Nachteilseite bildet sich vice versa mit 31 Prozent der Fakt, dass man beim E-Learning verstärkt auf sich alleine gestellt ist und keine Ansprechpersonen mehr zur Verfügung stehen“, gibt IMAS-Research Director Paul Eiselsberg einen Überblick.

Ergänzendes E-Learning

Was digitale Lerninhalte im Speziellen anbelangt, kann man konstatieren, dass bislang lediglich etwa ein Viertel der Befragten diese nutzt und auch zukünftig nutzen will, vorrangig zur Prüfungsvorbereitung. Das Potential, dass E-Learning-Inhalte komplett das Ruder übernehmen ist jedoch – aus heutiger Sicht – ziemlich gering. 57 Prozent sagen, dass sie diese bisher nicht genutzt haben und auch in Zukunft nicht nutzen werden. Zudem sei die Bereitschaft für Online-Contents zu zahlen weiterhin sehr gering, mit 45 Prozent würde fast die Hälfte nichts dafür bezahlen wollen. Somit kann man erkennen, dass digitale Lerninhalte vor allem den Nutzen zum Updaten oder Erweitern des bestehenden Wissens haben, jedoch die klassischen Präsenzeinheiten nicht in der Gunst der Befragten ersetzen können, das geben 67 Prozent geben an. „E-Learning ist keine Entwicklung, vor der man sich fürchten muss, sondern lediglich eine Ergänzung zum Präsenzlernen“, so WIFI-Produktmanager Manfred Mühlberger.