Wie hat man eigentlich die Hosen an, ...

... wenn man Rock trägt? Antworten darauf sucht Führungskräftecoach Peter Modler schon seit mehr als zehn Jahren. Denn der Weg bis in die Führungsetage sei für Frauen oft kein einfacher. Was nicht nur für die Frauen selbst schade sei, sondern auch für die Wirtschaft an sich.

Wenn mir als Unternehmensberater etwas am Erfolg von Firmen liegt, muss ich etwas dafür tun, dass mehr Frauen in Führungspositionen kommen und dort bleiben“, so der Autor, der sich vor allem dem Thema beruflicher Machtspiele zwischen Frauen und Männern widmet. Er ist überzeugt, dass Unternehmen langfristig nur dann erfolgreich am Markt sein können, wenn an der Spitze keine Monokultur herrscht. „In rein männlichen Führungsteams geht es oft vorwiegend darum, sich gegenseitig zu beeindrucken. So wird aus Rangbedürfnissen heraus risikoreicher und kurzfristiger auf Erfolge geschaut.“

Verstehen Sie Mann?

Es gebe eine ganze Reihe hochkompetenter Frauen, die es aus wirtschaftlichen Gründen verdienen würden, in Führungspositionen zu arbeiten, dort aber nicht hinkommen. Schuld daran sei zum großen Teil ein Kommunikationsproblem. „Die Soziolinguistik spricht vom vertikalen und horizontalen Sprachsystem“, erklärt Modler. Im vertikalen (mehrheitlich, aber nicht ausschließlich, männlichen) System gehe es zuerst um die Rangordnung, die Machtpolitik. Im horizontalen (weiblichen) System spielen Revierfragen keine Rolle, stattdessen aber Fragen der Zugehörigkeit und des inhaltlichen Interesses. Zur Erklärung: Eine junge Chefin ist es gewohnt, innerhalb von Sekunden inhaltlich und sachlich zu werden. Sie macht am Anfang der Sitzung nicht klar, dass sie die Chefin ist, so etwas gilt im horizontalen System als extrem unfein, man möchte ein harmonisches Gefühl erzeugen, also lässt man nicht die Chefin raushängen. Im vertikalen System hingegen macht dies den Eindruck, dass sie es nicht wirklich ernst meint mit ihrer Führungsrolle, die Aufmerksamkeit sinkt. „Die Kunst einer guten Führungskraft ist es, zwischen beiden Systemen wechseln zu können“, so Modler. Beide Systeme seien wichtig in einem Unternehmen, Modler plädiert daher auf einen Mix an der Spitze. Fängt man in einer Firma zu arbeiten an, sei es wichtig, so schnell wie möglich herauszufinden, wie in dieser Firma vorherrschend kommuniziert wird – vertikal oder horizontal. Den Unterschied erkenne man relativ einfach an der Geschwindigkeit. „Schnelle, kleine Schritte und schnelle Sprechgeschwindigkeit deuten auf horizontal hin. Betritt jemand den Sitzungsraum hingegen langsam und redet dabei lauter als nötig, dann handelt es sich meist um einen vertikal kommunizierenden Menschen.“

Ein besonderes Merkmal ist auch das Lächeln. „Im horizontalen Kontext wird das regelrecht antrainiert und geschätzt, denn es zeigt: Ich bin harmlos, du musst keine Angst vor mir haben. Im vertikalen Kontext hat es eine gänzlich andere Bedeutung: „Hier entsteht schnell der Eindruck, diese Person ist ganz nett, aber politisch ernst nehmen kann man sie nicht. Ich bin nicht gegen lächeln, aber es sollte ausgesucht eingesetzt werden.“ Mit einem ständigen Lächel- oder Flirtreflex könne man sich seine Karriere kaputt machen._

Will eine Frau also in einer männerdominierten Gruppe ihre Kompetenz und ihren Rang unterstreichen , so rät Peter Modler zu folgenden Werkzeugen:

01 Sprechtempo reduzieren

02 einfache, klare Aussagen

03 andere Ränge explizit und verbal anerkennen, dann den eigenen Rang formulieren

04 über die eigene Leistung sprechen

05 dann lächeln, wenn es Respekt gibt - sonst nicht

Weibliche Machtstrategien

In seinem neuen Buch „Die freundliche Feindin“ beschäftigt sich Peter Modler mit dem Unterschied weiblicher und männlicher Aggression und wie man darauf reagieren kann - ab 20. März erhältlich.

Cover

Die freundliche Feindin. Weibliche Machtstrategien im Beruf.

Autor
Peter Modler
Verlag
Piper Verlag
ISBN
978-3-492-05830-8

#Ähnliche Artikel

Der XX-Faktor

„Ich investiere ausschließlich in Unternehmen mit mindestens einer Frau im Gründerteam“, sagt Investor Jonathan Sposato. Der amerikanische Großinvestor Warren Buffett sieht es ähnlich: Kriterium Nummer eins für seine Investments ist ein gemischtes Führungsteam. Mit Feminismus hat das wenig zu tun. Es geht ihnen vielmehr um Rendite. Immerhin bezeugen mehrere Studien, dass der Einfluss von Frauen im Vorstand ein wichtiger Erfolgsfaktor sei. Der XX-Faktor also.

„Kernpunkt ist die Frage der Kinderbetreuung“

Oberösterreich sei bereits sehr gut aufgestellt bei den Kinderbetreuungsstellen. Es gebe aber noch viel zu tun. Welche Bereiche in nächster Zeit massiv ausgebaut werden und was die Politik gegen die Rollenklischees der Frauen machen kann, erzählt der designierte Landeshauptmann Thomas Stelzer.

Aktenzeichen XX ungelöst

Engagiert und diszipliniert. Hart und zielorientiert in der Sache, herzlich im Umgang. Ob das ein typisch weiblicher Führungsstil ist? Keine Ahnung. Es ist jedenfalls jener einer ganz bestimmten Frau. Viktoria Tischler. Sie ist die Geschäftsführerin des oberösterreichischen Hilfswerks, verantwortlich für mehr als 1.000 Mitarbeiter und wurde 2004 von der VKB-Bank zur Managerin des Jahres gewählt. Im Interview erzählt sie, worauf es ankommt, um mehr weibliche Führungskräfte zu gewinnen.

Mit kleinen Schritten zum Ziel

Wie geht es dir? Wieso tust du dir das an? Geht es dir eh immer noch gut? Diese drei Fragen muss Birgit Gerstorfer seit ihrem Wechsel vom Chefsessel des AMS Oberösterreich in die Politik immer wieder beantworten. Uns hat die SPÖ-Landeschefin und Landesrätin noch eine Reihe von weiteren Fragen beantwortet.

(Weibliches) Karrieresprungbrett JKU

Was haben die Geschäftsführerin von Spar Regio, die Bezirksvorstehende von „Frau in der Wirtschaft“ und die Vorstandsdirektorin der Linz AG gemeinsam? Genau! Alle drei sind Absolventinnen der Johannes Kepler Universität und die Karriereleiter hinaufgeklettert. Wie schafft man es als Frau in einer männerdominierten Wirtschaftswelt zu reüssieren?

Mehr Frauen braucht das Unternehmen. Aber wie? Und warum?

Je höher die Ausbildung und berufliche Position einer Frau, desto weniger Kinder hat sie. Gleichzeitig schreit die Wirtschaft nach mehr Frauen in Führungspositionen. Was einerseits an deren Qualifizierung liegt, andererseits auch am immer stärker werdenden Wettbewerb um talentierte Mitarbeiter. Hm. Da stellt sich die Frage: Wer wird dann noch Kinder bekommen? Ist es eines Tages jenen Frauen vorbehalten, die entweder keine Karriere anstreben oder weniger qualifiziert sind für den Arbeitsmarkt?

„Es geht auch anders“

Was haben ein Großvater mit einem grünen Daumen, eine Großmutter aus der Landwirtschaft und ein Grünflächen betreuender Vater gemeinsam? Richtig! Einen Gebäude reinigenden Sohn. Wie ihn seine aufregende Erwerbsbiographie zu dem gemacht hat, was er heute ist, warum die Gebäudereinigungsbranche besser ist als ihr Ruf und wie ein erfolgreicher Hygienemanager und Desinfektor auch eine soziale Ader haben kann, hat uns das Mastermind hinter der Schober GmbH persönlich verraten.

Business as Unusual

Wer seine (beruflichen) Ziele erreichen will, der braucht in erster Linie zwei Dinge. Nein, ein spießiges Outfit ist es nicht (mehr). Sondern vielmehr Mut und Entschlossenheit. Mut, der Mensch zu sein, der man ist – in dem Outfit, in dem man sich wohlfühlt. Entschlossenheit, den Weg zu gehen, den noch niemand zuvor gegangen ist – den eigenen.

Gekommen, um zu bleiben

Mit den besten Mitarbeitern ist es ein bisschen so wie mit dem Wunschgewicht. Es ist schon mal verdammt schwer, es (oder sie) zu bekommen. Es (Sie) dann aber auch langfristig zu halten, fast noch schwieriger. Beim Gewicht ist die Herausforderung der innere Schweinehund, gepaart mit dem Essensangebot im Überschuss. Bei den Mitarbeitern der generelle Trend, nicht mehr ein Leben lang demselben Arbeitgeber treu zu bleiben und der immer härtere Kampf um die besten Köpfe. Wie das mit der Idealfigur funktioniert, erfahren Sie hier nicht.

PR

Neugierig. Agil. Ehrgeizig.

Diese Begriffe gepaart mit Programmierkenntnissen und einem ausgeprägten Technologieverständnis: Das sind die Mitarbeiter-Skills der Zukunft, die bereits jetzt bei Celum gelebt und vom Gründer und CEO, Michael Kräftner, vorgelebt werden:

Just do it! Oder: Wann, ob und warum es sich lohnt, seine Idee umzusetzen.

Ungeduld ist erblich. Könnte man jedenfalls meinen, wenn man die Familie Pierer betrachtet. Stefan Pierer spürte immer schon eine Unruhe in sich wie bei einer mechanischen Uhr – und die trieb ihn stets vorwärts. Seine beiden Söhne ticken ähnlich. Und sind dennoch ganz anders als ihr Vater. Das sei auch gut so, sind sich die drei einig, denn nur der eigene Weg führe zum Ziel. Das Ziel? Erfolg natürlich. Wobei Erfolg kein Synonym für Reichtum sei. Geld sei nie der richtige Antrieb, erzählen die drei Unternehmer im Gespräch über Mut und Übermut, über die größten Irrtümer von Start-ups, Zukunftsvisionen und das Ende des Elektromotors.

30 Kilo leichter

So fühlt sich Josef Pühringer heute. Körperlich sind es zehn Kilo, die er nach seiner Kur in Bad Ischl abgenommen hat. Aber nach drei Jahrzehnten in der Politik und 22 Jahren als Oberösterreichs Landeshauptmann hat er das Gefühl, jemand habe ihm nun einen 30 Kilo schweren Rucksack abgenommen.

Von Mut, Begeisterung und Respekt

Die Arbeitswelt verändert sich aktuell so rasch wie noch nie. Das stellt auch Führungskräfte vor völlig neue Herausforderungen. Wir fragen in unserer Serie „Wohin führt das?“ junge Führungskräfte, wie sie diese meistern und worauf es in ihrem Job wirklich ankommt.

„Unser USP sind unsere Unternehmenswerte“

Die Umfahrungsstraße Zwettl, der Austria Campus in Wien oder das G3 Shopping-Resort in Gerasdorf: Es sind nur drei der zahlreichen Projekte, die das Traditionsbauunternehmen Leyrer + Graf mit Sitz im niederösterreichischen Gmünd in den vergangenen Jahren realisierte. Was die vielseitige Unternehmensgruppe mit familiären Werten ausmacht, wie herausfordernd die Baubranche wirklich ist und warum die Lehrlingsausbildung eine Herzensangelegenheit ist? Ein Einblick in eine bewegte Firmengeschichte, die vor über 90 Jahren ihren Anfang nahm.

Hirn, Herz und Hausverstand

Das sind die drei „H’s“, die Margit Angerlehner gerne als die emotionale Intelligenz und damit als die Erfolgsfaktoren von Frauen bezeichnet. Diese alleine würden aber nicht reichen, warnt die Vorsitzende des Netzwerkes Frau in der Wirtschaft Oberösterreich. „Man muss seine Leistungen der Öffentlichkeit auch präsentieren!“

Wer will denn heute noch eine Lehre machen?

Um rund 19 Prozent ging die Anzahl der Lehrlinge in Österreich innerhalb der letzten zehn Jahre zurück. Was Österreich europaweit auszeichnet, droht dem Verfall preisgegeben zu sein. Die duale Ausbildung wird von immer weniger Jugendlichen wahrgenommen, so die Experten. Dennoch gäbe es Chancen, die Lehre wieder zu dem zu machen, was sie ist: eine hochwertige Ausbildung, die viele, vielleicht auch noch unbekannte Türen öffnet.

Die Qual der Wahl

Welches Gesetz hat Sebastian Kurz zuletzt gebrochen, welchen anderen Spitzenkandidat würde Heinz-Christian Strache auf eine einsame Insel mitnehmen, welche Fähigkeit möchte Ulrike Lunacek gerne erwerben und welches Vorurteil gegenüber Politikern stört Matthias Strolz am meisten? Die Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl am 15. Oktober im Interview. Leider haben wir nicht von allen Kandidaten Antworten bekommen.

Gut gemacht, Herr Müller!

Arbeitnehmer wünschen sich ehrliches Feedback, bekommen dieses aber viel zu selten, hat eine Management-Echo-Studie mit dem Online-Befragungstool „More Than Checks“ ergeben. Die Ergebnisse überraschen den Organisationsberater und Managementtrainer Konrad Breit nicht. Er hört immer dieselben Argumente, warum es kaum Feedback gibt. Diese lässt er nicht gelten. Eine Anleitung zur Etablierung einer Feedback-Kultur.