„Menschen benötigen immer mehr Hilfe“

„Menschen benötigen immer mehr Hilfe“

Fast 88.900 Beratungsgespräche mit mehr als 34.600 Klienten in 65 Sozialberatungsstellen – die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Der Bedarf an Sozialberatungen in Oberösterreich ist so hoch wie nie zuvor. Der neue Sozialratgeber 2017 soll dabei für Betroffene und Hilfeleistende einen umfassenden Überblick über die sozialen Leistungen in Oberösterreich geben.

„Eigentlich ist es keine gute Bilanz, wenn man bedenkt, dass die Beratungen steigen und die Menschen immer mehr Hilfe benötigen“, resümiert Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer. Im Jahr 2016 haben die 102 Mitarbeiter der 65 Sozialberatungsstellen in Oberösterreich insgesamt rund 34.000 Klienten beraten. Das ist im Vergleich zum Jahr 2007 ein Anstieg von 38,5 Prozent. Die Inhalte der Beratungen sind breit gestreut, rund die Hälfte dreht sich um finanzielle Angelegenheiten, bei nicht ganz einem Drittel der Gespräche geht es um die Themen der Pflege und der Betreuung im Alter. Auch das Thema „Wohnen“ und Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen aller Art sind stark im Kommen. „Viele Oberösterreicher haben zunehmend zu kämpfen, um über die Runden zu kommen. Die hohe Anzahl an Beratungen in finanziellen Angelegenheiten sprechen eine eindeutige Sprache“, so Gerstorfer. Auffällig: Die Beratungen werden häufiger von Frauen als von Männern genutzt. Gerstofer erklärt das so: „Ganz generell sind wir in Oberösterreich mit dem Faktum konfrontiert, dass Armut weiblich ist und Frauen, gerade als Alleinerzieherinnen, mit sozialen Notlagen konfrontiert werden.“

Sozialratgeber

Ein gutes Nachschlagewerk, für diejenigen, die Hilfe brauchen und auch für jene, die sie geben, bietet der jährlich erscheinende Sozialratgeber. Dieser gibt seit mehr als zehn Jahren einen umfassenden Überblick über soziale Leistungen in Oberösterreich und ist kostenlos erhältlich. „Er ist ein Tool für Hilfeleistende und Hilfesuchende und besteht aus drei Teilen, aus den sozialen Richtsätzen, dem verfügbaren Beratungs- und Betreuungsangebot sowie aus Kontaktdaten“, weiß Dorothea Dorfbauer von der Sozialplattform OÖ.