Hummer als neue WKOÖ-Präsidentin

„Richtige Frau am richtigen Platz“

Doris Hummer wird neue WKOÖ-Präsidentin. Präsident Trauner legt heute, Mittwoch, sein Amt nach mehr als dreizehn Jahren krankheitsbedingt einige Monate früher als geplant zurück. Die ehemalige VP-Landesrätin übernimmt die Leitung der Interessensvertretung und präsentiert fünf Kernziele für die Zukunft der WKOÖ.

Als „die richtige Frau am richtigen Platz“ bezeichnete der scheidende oberösterreichische Wirtschaftskammerpräsident Rudolf Trauner seine Nachfolgerin beim Mediengespräch in der WKO Oberösterreich (WKOÖ) anlässlich der Amtsübergabe: „Sie wird für die Unternehmen kämpfen.“

Trauner stand dreizehn Jahre an der Spitze der WKOÖ. In dieser Zeit hat sich die Mitgliederzahl um mehr als 50 Prozent erhöht. Im März 2017 hatte die WKOÖ über 95.500 Mitglieder. Bei den Gründungen gab es ein Plus von 23 Prozent auf 5.695, die Exporteure haben sich von 4.340 auf 9.704 mehr als verdoppelt. Als Erfolge nannte Trauner etwa die Eröffnung des Service Centers, wo man aktuell jährlich 150.000 Telefonate, 25.000 E-Mails und 9.000 Beratungen durchführen würde und das Export Center Oberösterreich. Außerdem die Ausverhandlung von Kurzarbeitsvereinbarungen während der Wirtschaftskrise, die Hochwasser-Hilfe im Jahr 2013 und die Schaffung der Kreditgarantiegesellschaft (KGG) sowie der Unternehmensbeteiligungsgesellschaft (UBG).

Eine freudestrahlende Doris Hummer sprach von einem „besonderen Tag“. Sie würdigte die Arbeit von Trauner und präsentierte fünf Kernziele, an denen zukünftig neue Strukturen und Schwerpunkte ausgerichtet werden sollen. Alle Ziele seien bereits mit konkreten Maßnahmen hinterlegt: „Ich will inhaltlich tatsächlich etwas verändern.“

Ziel 1: Die WKOÖ soll „emotionale und fachliche Heimat aller unternehmerisch Denkenden und Handelnden“ werden. „Wir müssen uns in diesem Haus jeden Tag fragen, was unseren Mitgliedern nützt“, so Hummer. Sie habe früher selbst das Bild der WOÖ als „Herrenclub“ im Kopf gehabt und wolle dieses bei vielen Menschen falsche Außenbild über die WKOÖ verändern.

Ziel 2: „Tempo, Tempo, Tempo“ , denn man sei „in vielen Dingen einfach zu langsam“ und das soll sich zukünftig ändern. Hummer will eine neue Geschwindigkeit der WKOÖ durch „schlanke, effiziente Strukturen und ein internes System der kontinuierlichen Verbesserung.“

Ziel 3: Es soll zu einer Rückkehr der Wertschätzung für das Unternehmertum kommen. Hummer wird bei ihrer letzten Landtagssitzung am 6. Juli auch einen Antrag zur Änderung der Landesverfassung einbringen, „um das Unternehmertum als wichtigen Wert für OÖ in der Verfassung zu verankern“.

Ziel 4: Es soll eine neue Standortpartnerschaft für Oberösterreich entstehen – unterstützt durch den OÖ Standortfonds, für den die WKOÖ jährlich vier Millionen Euro budgetiert. Im Frühjahr 2018 lädt die WKOÖ alle Standortpartner zu einer Konferenz. Die AKOÖ könne dies als Angebot sehen, zukünftig wieder zusammenzuarbeiten, sagte WKOÖ-Direktor Walter Bremberger auf Nachfrage.

Ziel 5: „Abbau der Bremsklötze – OÖ die Spitzenregion mit Weltruf“ – zu den Bremsklötzen würden etwa Bürokratie, Fachkräfteengpass oder unflexible Arbeitszeiten gehören.