neues Kaltwalzwerk der Amag

Amag eröffnet modernstes Kaltwalzwerk in Europa

16 Monate Bauzeit, 300 Millionen Euro Investitionskosten, 450 neue Arbeitsplätze und eine Fläche von 55.000 Quadratmetern – das sind die Eckpfeiler des neuen Kaltwalzwerkes der Amag Austria Metall, das vergangenen Donnerstag am Zentralstandort Ranshofen eröffnet wurde. Die Werksexpansion ermöglicht unter anderem eine Verdoppelung der Produktionskapazität.

Live-Musik, eine Lichtershow, ein Gala-Dinner und zwischendurch ein Rundgang durch die Produktionshallen des, nach eigenen Angaben, modernsten Kaltwalzwerkes in Europa. Rund 700 Gäste aus verschiedenen Nationen nahmen an der Eröffnungsfeier des neuen Werkes in Ranshofen im Innviertel teil. Auf einer Fläche von 55.000 Quadratmetern, etwa so groß wie acht Fußballfelder, wurde in einer Rekordzeit von 16 Monaten ein neues Werk zur Herstellung von Aluminiumblechen und -bändern fertiggebaut. „Damit gibt die Amag ein klares Bekenntnis zum Standort Oberösterreich und dessen Zukunft ab“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer, einer der Ehrengäste der Eröffnungsveranstaltung. Das Unternehmen hat in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich investiert, insgesamt rund eine Milliarde Euro, davon 90 Prozent in Österreich.

Mehr Kapazität, mehr Arbeitsplätze

Diese Investitionen schaffen viele neue Arbeitsplätze, durch das neue Werk entstehen rund 450 zusätzliche Stellen, ein großer Teil davon besteht schon jetzt. Aktuell zählt der Konzern 1.750 Mitarbeiter. Und diese braucht man auch, wie Helmut Wieser, Vorstandsvorsitzender der Amag, sagt: „Mit dem Werksausbau steigern wir unsere Produktionskapazität und damit gleichzeitig Qualität, Flexibilität, Produktivität sowie Wettbewerbsfähigkeit im globalen Markt.“ Die Herstellung der Aluminiumprodukte könne auf über 300.000 Tonnen verdoppelt werden, außerdem könne noch stärker auf die individuellen Wünsche der Kunden eingegangen werden. Durch spezielle Verfahren sei es etwa möglich, noch breitere (bis zu 2,25 Meter) und dünnere Bänder und Bleche herzustellen.

Weltweit werde für die nächsten Jahre ein jährliches Wachstum von rund vier Prozent für den Verbrauch an Aluminiumwalzprodukten erwartet. Dabei weist der Transportbereich den höchsten Zuwachs auf – Grund ist der steigende Bedarf an Leichtbaulösungen zur Senkung des Energieverbrauchs von Autos, Nutz- und Schienenfahrzeugen. Aber auch die Flugzeugindustrie baut auf Aluminium, das schaffe neue Absatzpotentiale für die Amag, sagt Wieser. Die Ergebnisse der diesjährigen Pariser Luftfahrtschau würden zeigen, dass in den nächsten 20 Jahren 41.000 neue Flugzeuge gebaut würden. Die beiden größten Produzenten, Boeing und Airbus, sind Amag-Kunden. Neben Automobil- und Flugzeugherstellern zählen aber etwa auch Hersteller von Elektro- und Sportgeräten, die Verpackungsindustrie sowie die Bau- und Maschinenbauindustrie zu den Abnehmern des Konzerns.

Im Geschäftsjahr 2016 erzielte die Amag einen Umsatz von 906 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote beträgt 44 Prozent. Der Großteil der jüngsten Investitionen – erst im Herbst 2014 wurde ein neues Warmwalzwerk in Betrieb genommen – konnten aus dem eigenen Cashflow finanziert werden. Die Entschuldungsdauer für das neu eröffnete Kaltwalzwerk beträgt laut Finanzvorstand Gerald Mayer rund zwei Jahre.

Wussten Sie eigentlich, ...

... dass Aluminium unendlich oft recycelt werden kann, und das bei gleichbleibender Qualität?

... dass sich 75 Prozent des jemals hergestellten Aluminiums noch immer im Produktionskreislauf befinden?

... dass Aluminiumschrott mit 75-80 Prozent Anteil am Materialeinsatz bei der Amag der wichtigste Rohstoff ist?