Standort-Masterplan

Masterplan

2,7 Prozent Wirtschaftswachstum, rund 5.000 zusätzlich geschaffene Arbeitsplätze und ein Vorstoß des Wirtschaftsstandortes Oberösterreich auf Platz 20 der europäischen Industrieregionen. Zeit also, um die Füße hochzulegen? Mitnichten. WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer stellt einen neuen Masterplan für Oberösterreich vor, mit der man sich in die Top-Ten vorarbeiten will.

Zum zweiten Mal nach 2012 ermittelte das Wifo (Institut für Wirtschaftsforschung) in einer Studie die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Oberösterreich im Vergleich zu anderen Industrieregionen. Das Ergebnis fällt sehr positiv aus.

Gut, aber noch nicht gut genug

So ist Oberösterreich im Vergleich von 108 Industrieregionen in Europa hoch konkurrenz- und wettbewerbsfähig. Beim Gesamtindikator „Wirtschaftsleistung je Einwohner“ hat sich OÖ seit 2012 gar um zehn Plätze auf den 20. Rang verbessert. Die Stärkefelder des Wirtschaftsstandortes liegen vor allem in der Forschung und Entwicklung im Unternehmenssektor (mit einer Forschungsquote von 2,89 Prozent liegt man auf Rang 6 von 102 und im Vergleich 120 Prozent über dem Durchschnitt) und in der Forschung und Entwicklung gesamt (mit einer Forschungsquote von 3,2 Prozent liegt man auf Rang 15 von 102 und im Vergleich 52 Prozent über dem Durchschnitt). Um innerhalb der Top-Industrieregionen vorzustoßen, brauche es laut Studie vor allem Verbesserungen im Bereich des Produktivitätsniveaus und im Bereich der Qualifikationen. Hier sei man jeweils nur leicht über beziehungsweise leicht unter dem Durchschnitt.

Fünf Handlungsfelder

Auf Basis der Wifo-Studie hat Hummer nun fünf zentrale Punkte ausgearbeitet, die den Kern des neuen Masterplans bilden, denn „das Eine ist die Situation zu erkennen. Dafür haben wir die Studie erstellt. Das Andere ist, etwas aus diesen Erkenntnissen zu machen. Dafür haben wir die Ziele formuliert.“ Thema Nummer Eins dabei ist der Fachkräftemangel, der nach wie vor mit rund 80 Prozent den oberösterreichischen Unternehmen die größten Sorgen bereite. Dafür will man 30.000 zusätzliche neue Fachkräfte schaffen, unter anderem mit dem Ausbau der Neuen Technischen Mittelschulen und einer IT-Fachkräfteoffensive. Zudem soll die Forschungsquote auf vier Prozent gesteigert werden und die Zahl der exportierenden Unternehmen um 2.500 erhöht werden. Auch zwei wirtschaftspolitische Dauerbrenner finden Eingang in den Masterplan. So soll der Digitalisierungsgrad der Unternehmen von 40 auf 60 Prozent gesteigert werden und durch eine Entbürokratisierung (Senkung der Abgabenquote auf unter 40 Prozent, Arbeitszeitflexibilisierung und Senkung der Körperschaftssteuer auf 15 Prozent) die Unternehmen entlastet werden.