Vom Pitchen und Gründen

„Wir wollen erreichen, dass eine Unternehmensgründung nichts Exotisches mehr ist“, sagt Johannes Pracher, Geschäftsführer der Kepler Society. Während der JKU-Founders-Week taucht man eine Woche lang in die Welt eines waschechten Entrepreneurs ein, entwickelt Geschäftsideen und muss das Publikum am Ende beim Final-Pitch davon überzeugen. Aber worauf muss man beim perfekten Pitch überhaupt achten?

Fünf Tage, fünf Speaker, fünf Mentoren, fünf Experten, vier Start-up-Talks und ein Investor – das ist die JKU-Founders-Week, die vom 18. bis 22. September erstmals stattfand und bei der man das Thema Gründen auf der Johannes Kepler Universität viel stärker in den Mittelpunkt rücken will, wie Pracher sagt: „Wir wollen Unternehmensgründung als mögliche Karriereperspektive aufzeigen und damit all jenen etwas bieten, die etwas ausprobieren, innovativ und kreativ sein wollen.“ Der Anspruch dabei: Das Thema Unternehmensgründung nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht zu beleuchten, sondern auch tatsächlich etwas tun und umsetzen zu können. „Erst gibt es einen fachlichen Input, dann geht es um das Umsetzen einer konkreten Idee“, erklärt Pracher. Mit diesem Crashkurs sollen bis zu 30 ausgewählte Studenten – man musste sich für die Founders-Week bewerben – in das Leben eines Entrepreneurs eintauchen können, Mediatorentalks und Kamingespräche mit ehemaligen Gründern aus der JKU inklusive. Die Teilnehmer werden von der Ideenschmiede über das Entwickeln von Geschäftsmodellen bis hin zu den Grundlagen des erfolgreichen Pitchens geschult und begleitet. Doch wie funktioniert der perfekte Pitch überhaupt?

Wie pitche ich richtig?

„Den perfekten Pitch gibt es nicht“, sagt Start-up-Experte Daniel Cronin. Aber es gebe eine Reihe von Tipps, wie man es zumindest sehr gut machen könne und wichtige Ratschläge, um bei der Präsentation seiner Idee nicht baden zu gehen. Das Wichtigste sei, sehr einfach und unkompliziert zu erzählen, dabei gehe es um die Vision, das Big Picture. „Es geht darum, das Problem, mit dem man sich beschäftigt, sehr klar aufzuzeigen“, so Cronin. Außerdem solle man seinen Pitch und die Darlegung seiner Ziele an das jeweilige Publikum anpassen. „Man sollte nie denselben Pitch machen.“ Der zweite Ratschlag ist ein alter Klassiker: Übung macht den Meister. Nur wer richtig gut und oft übt, wird auch erfolgreich präsentieren können. „Wenn es einfach aussieht, dann war es wahrscheinlich schweineharte Arbeit“, sagt Cronin, lacht und ergänzt: „Es ist klar, dass man vor einem Pitch nervös ist, immerhin steht man auf einer Bühne vor Menschen und spricht über eine persönliche Idee. Das ist nervenaufreibend. Man muss einen Weg finden, diese Nervosität in positive Energie umzuwandeln.“ Zudem solle man so authentisch wie möglich eine klar strukturierte Geschichte erzählen. „Das muss im Pitch rüberkommen.“ Wichtig ist auch die Zeit nach dem Pitch, der Frage- und Antwort-Teil. Dieser sollte so gut geübt werden wie der Pitch selbst. Welche Fehler sollte man tunlichst vermeiden? „Die häufigsten Fehler ergeben sich dann, wenn man das genaue Gegenteil dessen macht, was man beachten soll: Nämlich sich nicht auf das Publikum vorzubereiten, keine klare Linie zu haben, unwahre Behauptungen aufzustellen, sich zu verstellen und nicht authentisch zu sein. Pitchen ist eigentlich keine große Kunst. Man muss es einfach machen und glaubhaft sein“, sagt Cronin._

#Ähnliche Artikel

Musterschüler Oberösterreich?

In welchen Bereichen ist der oberösterreichische Wirtschaftsstandort Klassenprimus, wo braucht er noch Förderunterricht? Das haben wir Produktionsunternehmen in ganz Oberösterreich gefragt. Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl nehmen zu den Kritikpunkten von Unternehmen und Interessensvertretungen Stellung, zeigen Stärken und Schwächen des Standortes auf und argumentieren die Notwendigkeit des potentiellen Standortentwicklungsgesetzes.

Kann man Unternehmertum lernen?

Viele heute weltweit führenden Unternehmen wurden von Schulabbrechern in Garagen gegründet. Trotzdem ist die Förderung des unternehmerischen Gedankens in Bildungseinrichtungen äußerst wichtig – darin sind sich Experten einig. Wie gelingt das am besten und wie gut ist Oberösterreich aufgestellt?

„Jetzt ist eine gute Zeit zum Gründen“

Zehn Jahre war Florian Gschwandtner das Gesicht des oberösterreichischen Vorzeige-Start-up Runtastic – mit Ende des Jahres verlässt er das Unternehmen. Mit uns spricht er über sein neues Buch „So läuft Start-up“, die Gründungszeit von Runtastic und wohin er nun laufen wird.

Zum Unternehmer geboren?

Manche Gründer scheinen wie zum Entrepreneur geboren. Neue Studien weisen darauf hin, dass es scheinbar tatsächlich eine genetische Prädisposition gibt – manchen wird das Unternehmertum schon in die Wiege gelegt. Wie ist das möglich und was bedeutet das? Nikolaus Franke, Leiter des Instituts für Entrepreneurship & Innovation an der WU und akademischer Direktor des Professional MBA Entrepreneurship & Innovation der WU Executive Academiy, im Interview.

Yeah! Ich hab eine gute Idee. Und jetzt?

Aller Anfang ist schwer. Wie starte ich meine Karriere als Unternehmer? Gründungsmythen, To-dos, wichtige Anlaufstellen und Tipps im Überblick. Gründer müssen nicht alles wissen, sondern nur, wo sie sich Hilfe holen können.

PR

Die persönliche Karriere – Duale Akademie

Seit 30. August gibt es eine neue, attraktive Möglichkeit für AHS-Maturanten, Studierende ohne Studienabschluss oder Berufsumsteiger, eine Ausbildung in ihrem Traumberuf zu machen – die Duale Akademie.

It sucks? Von wegen!

Warum es für Mitarbeiter in Zukunft nicht mehr nervtötend sein muss, am Montagmorgen in die Arbeit zu gehen und wie ein kleiner, programmierter Java-Code den Vertrieb erfreut - wir haben wieder spannende Start-ups im Fokus

Millioneninvestment in Newsadoo

Mit Catalysts steigt eines der europaweit führenden Software-Unternehmen im Bereich künstliche Intelligenz in das Linzer Start-up ein. Newsadoo revolutioniert den täglichen Newskonsum, und beschreibt sich selbst als „Spotify für News“. Innerhalb des Systems kann Content aus allen vertrauten Quellen konsumiert werden. Mit künstlicher Intelligenz wird gleichartiger Content aus unterschiedlichen Quellen gebündelt, können Channels angelegt werden, und lernt das System aus dem Userverhalten. Mitte September wurde die iOS-App und der Alexa-Skill gelauncht, in der Webversion ist das System bereits seit Juni testbar.

E-Mail war gestern

Das Linzer Start-up Fanation will mit Uplink, einer DSGVO-konformen Alternative zu Whatsapp, die interne Kommunikation in heimischen Betrieben in das 21. Jahrhundert bringen. Intranet, schwarze Bretter und E-Mails sollen bald der Vergangenheit angehören.

PR

Oberwasser mit dem OÖ HightechFonds

Es braucht etwas Verrücktheit, damit Innovationen entstehen – Finanzsorgen sind da hinderlich. Anlass genug für OÖ HightechFonds Manager Christian Matzinger, sich einen Spaß zu gönnen und am Donaustrand einen Badestopp einzulegen.

Das Ende der Mediaagenturen?

Programmatic Advertising, Content Marketing, Virtual Reality oder Big Data: Alle Werbemacht den Algorithmen? Wohl nicht! Die digitale Welt folgt zwar ihrer eigenen inneren Logik, doch die neuen Trends der Werbebranche werden sich auch in Zukunft nur mithilfe von kreativen Köpfen und ihren Ideen durchsetzen können, sind sich Branchenexperten einig. Um mit der Schnelligkeit der Digitalisierung Schritt halten zu können, müssen die Agenturen auf neue Strategien wie mehr Beratung, neue Geschäftsfelder und weitere massive Investitionen in IT setzen. Sieben Thesen zur Entwicklung von Media- und Werbeagenturen im digitalen Zeitalter und die Statements von denen, die es wissen müssen: die Geschäftsführer Joachim Krügel von Media 1, Tina Kasperer von Allmediabizz, Rainer Reichl von Reichl und Partner und Klaus Lindinger von Conquest.

PR

Ausgezeichnet

„It’s up to you!“ Unter diesem Motto hat die Junge Wirtschaft junge erfolgreiche Gründer oder Übernehmer mit dem OÖ. Jungunternehmerpreis 2018 ausgezeichnet. Neun Preisträger in drei Kategorien, die mit neuen Ideen und innovativen Lösungen wichtige Impulse für Oberösterreichs Wirtschaft setzen und zeigen, was mit schöpferischer Kraft sowie unerschütterlichem Willen möglich ist.

PR

Erfolgreich selbstständig mit dem Gründerservice der WKOÖ

Eine Neugründung begleiten naturgemäß viele offene Fragen. Die Jungunternehmer sollten sich dabei auf Kernthemen wie Produkt und Markt konzentrieren und sich in Bereichen wie zum Beispiel Gewerberecht oder Förderungen auf Experten verlassen. Am 25. April haben Sie beim „Tag der Gründer“ in der WKOÖ die Gelegenheit dazu.

Wenn die Eltern zum Inkubator werden

Es sind zwei völlig unterschiedliche Unternehmen, und dennoch ist ihre Erfolgsgeschichte eng miteinander verknüpft: das Start-up Storyclash in Linz und der Print-Verlag CDA in Arbing. Das Beispiel der Unternehmerfamilie Gutzelnig zeigt nicht nur, was zwei verschiedene Generationen voneinander lernen können. Sondern auch, wie Start-ups und Familienunternehmen voneinander profitieren können.

Von Vorbildern und Herzensangelegenheiten

Die Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, Margit Angerlehner, über die Botschaften des fünften Unternehmerinnen-Kongresses, wie man mit Role-Models mehr Frauen für einen Lehrberuf begeistern will und warum die Vereinheitlichung der schulautonomen Tage und die Einführung des Familienbonus wichtige Signale für berufstätige Eltern sind.

PR

Die besten Tipps: So finanziert man mit dem OÖ HightechFonds

Woher nehmen, was man nicht hat? Geld ist für innovative Gründer und Unternehmer immer ein Thema. Ein Venture Capital Fonds mit öffentlichem Auftrag – wie der OÖ HightechFonds – ist hier eine gute Alternative zu privaten Investoren, also Business Angels. Der große Vorteil: Die Bewertung erfolgt nicht nur gewinnorientiert, auch Nachhaltigkeit und Standortsicherung sind relevante Faktoren.

Und das ist erst der Anfang!

Ein Linzer Musiknoten-Netflix für Klavierspieler, ein deutscher Live-Ticker für jedermann und eine Wiener Datenbank für Start-ups: Wir haben wieder drei spannende Jungunternehmen unter die Lupe genommen.