Jahr der digitalen Bildung

Raus aus der „Kreidezeit“

... rein ins digitale Klassenzimmer. Mit diesen Worten ruft das Land Oberösterreich und der Landesschulrat OÖ das Schuljahr 2017/18 zum „Jahr der digitalen Bildung" aus. Ab sofort sollen sich alle Schulen im gesamten Bundesland stärker mit der Digitalisierung auseinandersetzen.

„Bei den Schülern ist die Digitalisierung schon längst angekommen. Jetzt müssen wir sie in die Klassen bringen“, sagt Landesrätin Christine Haberlander bei der Präsentation des Schwerpunktjahres in Linz. Flächendeckende Maßnahmen sollen im laufenden Schuljahr dafür sorgen, dass im Unterricht vermehrt digitale Medien genutzt werden. Das Regional Educational Competence Centre (RECC) Informatik und digitale Medien, eine Kooperationsgemeinschaft wichtiger Bildungsinstitutionen wie dem Landesschulrat OÖ, der beiden Pädagogischen Hochschulen (OÖ und Diözese Linz), der FH OÖ, der JKU und der Education Group, hat dazu ein Jahresprogramm erstellt. Damit wurden konkrete Aktionen und Tipps für Schulen gesetzt: Ein Angebot an Veranstaltungen, Vorträgen, Projekten sowie Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Schüler und Lehrer soll „die Grundkompetenzen digitaler Bildung“ in allen Schultypen fördern. Diese seien laut Landeshauptmann Thomas Stelzer genauso wichtig wie Rechnen und Schreiben: „Klar ist, dass ‚WWW’ heutzutage ebenso wichtig ist wie das ‚ABC’. Es hat aber noch nicht denselben Stellenwert im Klassenzimmer.“

Digitalisierung als Tool für Pädagogen

Die Schulen sind dazu aufgefordert, die Aktivitäten – abgestimmt auf ihren individuellen Status Quo – in ihren Standorten umzusetzen. „Es gibt Schulen, die schon sehr weit sind, die haben zum Beispiel eine gute WLAN-Versorgung sowie technische Infrastruktur, was ja die Grundvoraussetzung ist. Es gibt aber auch welche, wo man nachhelfen muss“, sagt Fritz Enzenhofer, Präsident des OÖ Landesschulrates. Die digitale Bildung sei an sich kein eigenes Fach, sondern habe überall seinen Platz und solle daher in allen Fächern in irgendeiner Art und Weise vorkommen. „Digitale Kompetenz heißt, dass die Digitalisierung ein Tool für Pädagogen ist. Es geht nicht darum, zu lernen, welches Wissen man auf Google abrufen kann, sondern darum, wie man dieses Wissen anwendet“, so Enzenhofer weiter. Neben einer technischen Ausstattung der Schulen sei das Ziel vor allem „der medienkompetent handelnde Mensch“.

Das Jahr der digitalen Bildung ist eine Maßnahme aus der Agenda OÖ – Digitale Bildung“, die im März 2017 von Landeshauptmann Thomas Stelzer präsentiert wurde und von seiner Nachfolgerin als Bildungsreferentin, Christine Haberlander fortgesetzt wird. Mit dem Programm will man die Schüler auf den Arbeitsmarkt vorbereiten. „Dabei führt kein Weg mehr an digitaler Bildung vorbei“, so Stelzer.

von links: amtsführender Präsident des Landesschulrates für OÖ Fritz Enzenhofer, Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landesrätin Christine Haberlander