Leberkäse kann auch anders ...

Leberkäse-Burger mit pochiertem Ei und Spinat. Leberkäse in der Tüte mit getrockneten Tomaten, Mozzarella, Rucola und Basilikum. So ungewöhnlich diese Gerichte auf den ersten Blick scheinen, so ungewöhnlich ist auch der Weg, den der Leberkäse-Produzent Gourmetfein erfolgreich geht. Die zweistelligen Zuwachsraten sprechen für sich.

Sehr fettig, salzig, viele Zusatzstoffe, minderwertige Zutaten. Der Leberkäse hat nicht gerade den besten Ruf. „Es ist ein Produkt, bei dem man oft Zweifel an der Qualität hat – und das teilweise auch zu Recht“, gibt Florian Hippesroither, Geschäftsführer des Leberkäseproduzenten Gourmetfein, ohne Umschweife zu. Denn genau deswegen hat sich das Unternehmen im hügeligen Hausruckviertel in Michaelnbach für die Produktion von Leberkäse auf einem völlig anderen Weg entschieden. Es wird auf Qualität und die Partnerschaft mit regionalen Landwirten gesetzt. Die Herkunft des Fleisches kann bei jedem Produkt bis zum Bauern nachverfolgt werden.

Diesen anderen Weg beweist uns Hippesroither auch bei unserem Besuch in Michaelnbach. Während er über die rasante Entwicklung der vergangenen Jahre erzählt – Gourmetfein wächst zweistellig – werkelt neben uns Harry Albel in der Betriebsküche von Gourmetfein. Albel ist Food-Designer und arbeitet beim Brothersteller „Eat the Ball“. Das von Michael Hobel gegründete Salzburger Unternehmen produziert seit 2016 in Asten Brot in diversen Formen. Darunter Sportbälle wie Footballs, Eishockeypucks und Fußbälle, aber auch in Form der Erde – diese soll für den sorgfältigen Umgang mit Brot stehen und ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit sein. Weil Eat the Ball ebenfalls auf natürliche Zutaten und nachhaltige Produktion setze und die Produkte perfekt zusammenpassen würden, habe man sich zur Entwicklung von neuen und innovativen Ideen zusammengetan. Ein Resultat davon ist die Kreation von Gerichten mit Leberkäse, die man so noch nicht kennt. „Der Leberkäse hat ganz zu Unrecht immer noch ein etwas verstaubtes Image. Der Leberkäse schmeckt aber nicht nur in der Semmel gut, sondern hat großes Potential, wenn die Qualität stimmt“, erklärt Hippesroither und serviert ein Leberkäse-Curry mit einem Weckerl in Fußballform als „österreichische Antwort auf die Curry-Wurst“. Schrittweise präsentiere man nun solche Gerichte den Vertriebspartnern, passend zur WM, damit diese zukünftig eine breitere Produktpalette anbieten können und der Leberkäse „raus aus der verstaubten Ecke“ komme. Gourmetfein beliefert alle OMV-Shops, viele andere Tankstellen und auch einzelne Supermärkte in Österreich und ist mittlerweile durch einen Vertrag mit Lekkerland Partner von allen großen Tankstellenkonzernen in Deutschland. Zukünftig wolle man verstärkt auf den Lebensmitteleinzelhandel in Österreich setzen und die Präsenz in Deutschland weiter ausbauen.

„Der Leberkäse hat ganz zu Unrecht immer noch ein etwas verstaubtes Image. Der Leberkäse schmeckt aber nicht nur in der Semmel gut, sondern hat großes Potential für kreative Gerichte.“

Florian Hippesroither Geschäftsführer, Gourmetfein

100 % Einsatz für die Tiere

Gourmetfein wächst kräftig: „Wir investieren laufend, damit wir mit der Produktion nachkommen. In den vergangenen Jahren sind wir jährlich um bis zu zwanzig Prozent gewachsen.“ Der Leberkäse-Produzent beschäftigt 80 Mitarbeiter, 2017 wurden 2.800 Tonnen Leberkäse produziert. 34 Schweinebauern und 120 Rinderbauern haben einen exklusiven Abnahmevertrag mit Gourmetfein. Im Sommer kommen fünf weitere Schweinebauern dazu und dann werden 1.200 Schweine pro Woche verarbeitet. Zum Vergleich: Ende 2015 wurden wöchentlich rund 450 Schweine verarbeitet. 2015 hat Gourmetfein die Partnerschaft mit Bauern gestartet. Die Landwirte produzieren gentechnikfrei und verwenden seit 1. Februar auf den eigenen Feldern kein Glyphosat mehr. Die Tiere werden nach ethischen Grundsätzen gehalten, Gourmetfein hat Tierwohl-Regelungen erarbeitet. Die Bauern bekommen zehn Cent Aufschlag zum üblichen Preis der Schweinebörse. Es werde bewusst auf eher kleinstrukturierte, geschlossene Zucht- und Mastbetriebe gesetzt. „Wir brauchen nichts zu verstecken und inszenieren auch nichts für Fotos. In den Betrieben kann man sich jederzeit anschauen, wie eine Schweineproduktion wirklich funktioniert. Jeder unserer Partner kümmert sich zu 100 Prozent um seine Tiere“, so Hippesroither. Es melden sich immer wieder interessierte Bauern, Gourmetfein habe eine ausreichend lange Warteliste für weiteres Wachstum.

#Ähnliche Artikel

Die Kunst, ein guter Gastgeber zu sein

Möchte man den Klängen des Jammertons lauschen, dann sollte man sich in der Gastronomiebranche umhören. Dort wird gejammert, dass sich die Bartresen biegen. Von Restaurantsterben ist da die Rede, Personalmangel, schier unbezwingbaren Konkurrenten wie der Systemgastronomie, und Gesetzesauflagen, die einem die Suppe kräftig versalzen. Will und kann man da heute überhaupt noch ein guter Gastgeber sein?

„Man kann ja auch nicht sagen, man liebt ein Kind mehr als das andere“

Anfang des Jahres hat der langjährige Vorstandsvorsitzende der Brau Union Österreich, Markus Liebl, das Zepter an den 46-jährigen Magne Setnes übergeben. Wie Setnes, der Manager mit norwegischen Wurzeln, dem Unternehmen zu weiterem Wachstum verhelfen will und was der ehemalige Vorsitzende Liebl in seiner Amtszeit gerne noch erledigt hätte, erzählen die beiden im Gespräch über die Übergabe, zukünftige Ziele und Trinkgewohnheiten.

PR

Österreichische Botschafter

Nein, nicht etwa Diplomaten. Mit einem Auftrag hat es aber schon etwas zu tun, erteilt von der Brau Union Österreich. Und es ist auch eine Auszeichnung – von Persönlichkeiten, die sich besonders für die österreichische Bierkultur einsetzen: Helmut Mödlhammer, der bis 2017 Präsident des österreichischen Gemeindebundes war, ist neuer Bierbotschafter und damit Nachfolger von Christa Kummer und Markus Hengstschläger. Ein Einblick in die Aufgaben eines Botschafters, die Geschichte des Bierbrauens und den heimischen Bierkonsum.

Das Geschäft mit Blogs

Sie erreichen eine spezielle Zielgruppe und sind authentisch: Blogger und Social-Media-Influencer sind längst zu unverzichtbaren Instrumenten für die meisten Marketing-Abteilungen geworden. Zwischen 800 und 5.000 Euro lassen sich Unternehmen im Schnitt einzelne Geschichten und Beiträge kosten – dafür profitieren sie von einem fast schon persönlichen Empfehlungscharakter.

Wenn „echte“ Captains pokern …

Mutig, verwegen, risikofreudig – alles Attribute, die man dem walisischen Freibeuter Henry Morgan – besser bekannt unter dem Rumpseudonym Captain Morgan – zuschreibt. Es sind auch jene Eigenschaften, die einen beim Pokern zum Erfolg führen können. Was dabei herauskommt, wenn „echte“ Captains zocken, bluffen oder All-In gehen, konnte man beim traditionellen Charity-Pokern in der Plus City beobachten.

Der richtige Zeitpunkt

Im Job sind die beiden ein eingespieltes Team. In der Küche werken sie normalerweise lieber alleine. Doch davon hat man bei den beiden Machern am Herd der Hoflehner Interiors Küche nichts gemerkt. So wie Georg Beham und Ewald Kager, Partner bei Grant Thornton am Standort in Linz, den Unternehmen zum richtigen Zeitpunkt eine Lösung für ihre Probleme in den Bereichen Krisenmanagement, Forensik, Cyber Security sowie Digitalisierung und Datenanalytik vorlegen, so pünktlich stand das Essen auf dem Tisch.

„Der Schweiss steckt in der Vorbereitung.“

Natürlich nur im metaphorischen Sinn, sagt Michael Stöttinger, Eigentümer der Eventagentur Grandmaster Communications, der alljährlich die Licht ins Dunkel-Gala organisiert, augenzwinkernd. Das sei aber auch in Ordnung, für einen guten Zweck in der Vorweihnachtszeit dürfe man den ein oder anderen Schweißtropfen vergießen.

Bescheiden, normal, alltagstauglich

So beschreibt der Eigentümer des Backgrundstoffherstellers Backaldrin, Peter Augendopler, das Bäckerhandwerk und dessen wichtigstes und ältestes Produkt, das Brot. Welche bewegte Geschichte dieses bereits hinter sich hat, kann man nun in einer – in Österreich einzigartigen – Ausstellung erkunden. Warum das „Paneum“ auch eine Herzensangelegenheit ist und wie es sich anfühlt, in einem Familienbetrieb zu arbeiten, den man gemeinsam mit den Eltern aufgebaut hat, verrät uns Augendopler in der neuen "Wunderkammer des Brotes".

Was werden sie wohl anrichten?

Thomas Stelzer ist als Landeshauptmann oberster Vertreter Oberösterreichs, die 22-jährige Claudia Plakolm wird nach der kommenden Wahl wahrscheinlich die jüngste Abgeordnete im Nationalrat sein. Was ist das Erfolgsrezept der beiden? Zwei Macher am Herd, die normalerweise in der Politik zusammenarbeiten.

Klimawandel, bitte!

Vielleicht geht es darum, dem etwas angespannten Klima im Büro zu entkommen, vielleicht ist es der Elektrosmog, dem man für eine Weile den Rücken kehren will, vielleicht will man den Kindern zeigen, dass es auf unserem Planeten, sogar ganz in der Nähe, jede Menge Frischluft gibt. Oder es ist die Hitze in der Stadt, die im Sommer unerträglich sein kann. Warum auch immer, die Reise an diese beiden Orte lohnt sich allemal. Wir haben sie ausgekundschaftet. Und vergeben das Prädikat „Muss-man-erlebt-haben“.

„Alles richtig machen und trotzdem verlieren“

Das kann einem beim Pokern schnell einmal passieren: Bluffen? Pokerface aufsetzen? All-In gehen? Welche Qualitäten und Kompetenzen kann man als erfolgreicher Unternehmer beim Pokern einbringen und welche Parallelen zum Geschäftsleben gibt es? Wir suchten beim Charity-Pokerturnier am 20. April im Restaurant Ox in der Plus City nach Antworten.

Von Freiluft-Betten und exotischen Pflanzen

Die Landwirte leiden unter sinkenden Preisen, viele geben den Kampf gegen den Preisverfall und gleichzeitig die Landwirtschaft auf. Wir zeigen eine Auswahl von Landwirten in Oberösterreich, die mit kreativen Ideen ihren eigenen Weg gehen und mit Originalität bei den Konsumenten punkten.

denk.würdig 2_2017

Eigentlich ganz einfach, oder? Also einfach das Fragezeichen durch die richtige Zahl ersetzen und schon können Sie einen Aufenthalt im LA SOA gewinnen

denk.würdig 1_2017

Denkaufgabe für Macher: Unter allen Einsendungen mit der richtigen Lösung des Rätsels verlosen wir zehn Macher-Abos und einen Gutschein für einen Aufenthalt im „Ronacher Therme & Spa Resort“ für zwei Erwachsene mit Hauben-Verwöhnpension für zwei Nächte.

Extremsport als Marketing-Strategie

Geht’s eigentlich noch extremer? Fragt man sich, wenn man die Bilder vom härtesten Rennen der Welt sieht: Staub, dünne Luft, Schneemassen, Flussfahrten, brütende Hitze und mittendrin: Extremfahrer auf einer Marke der Extreme. Mit dem diesjährigen Sieg von Matthias Walkner verzeichnet KTM bereits den 17. Sieg in Folge der Rallye-Dakar. Alex Doringer, KTM-Teammanager der Rallye-Dakar, über seine Erfahrungen auf der Gewinnerseite.

Wie gewinnt man internationale Aufmerksamkeit?

Beim Export pro Kopf gehört Österreich nach Zahlen der Wirtschaftskammer zu den weltweit größten zehn Exportländern. Etwa 60.000 Betriebe erzielen Umsätze im Ausland. Und wer seine Produkte oder Leistungen weltweit vermarktet, der will seine Marke und seine Werte der ganzen Welt zeigen. Zum Beispiel als Sponsor eines Sportevents mit internationaler Reichweite. Eines davon ist das jährlich im Herbst stattfindende Damentennisturnier Upper Austria Ladies Linz. Seit beinahe drei Jahrzehnten organisiert die Agentur MatchMaker, allen voran Sandra Reichel, das hochkarätig besetzte WTA-Turnier. Im Interview erzählt sie, worauf es ankommt, um weltweite Präsenz als Sportsponsor zu erreichen.