Greiner Gruppe

Greiner weiter auf Wachstumskurs

Der Kunststoffkonzern erreichte mit einer Umsatzsteigerung von sieben Prozent im Jahr 2017 erstmals die 1,5 Milliarden Euro-Marke und überschritt bei der weltweiten Mitarbeiteranzahl die 10.000. Eine Reihe von Akquisitionen wurde abgeschlossen. 2018 soll die Expansion weitergehen.

Die Greiner Gruppe mit Sitz in Kremsmünster feiert heuer ihren 150. Geburtstag . Ersten Grund zum Feiern im Jubiläumsjahr bietet die Jahresbilanz 2017: Der Umsatz wurde um sieben Prozent auf 1,6 Milliarden Euro gesteigert, das Familienunternehmen beschäftigt erstmals mehr als 10.000 Mitarbeiter – rund 2.500 davon in Österreich. Die Greiner Packaging ist die größte der insgesamt vier Sparten und steuerte 40 Prozent zum Umsatz bei. Es folgen die Greiner Bio-One mit 30 Prozent Umsatzanteil, die Greiner Foam mit 25 Prozent und die Technologiesparte Greiner Extrusion Group mit fünf Prozent.

„Wir sind mit unserem Umsatz sehr zufrieden . Die Steigerung ist in den Märkten, wo wir tätig sind, keine Selbstverständlichkeit“, sagt Finanzvorstand Hannes Moser. Ergebniszahlen nennt Greiner keine. Nur so viel: Das Ergebnis habe sich analog zum Umsatz entwickelt. Alle Sparten hätten ihren Umsatz steigern können und seien positiv.

Reihe von Akquisitionen

Die kleinste Sparte, wo Anlagen und Werkzeuge hergestellt werden, habe sich in der Vergangenheit sehr gut entwickelt und soll zukünftig verbreitert werden. „Wir wollen unsere Technologiekompetenzen auch für andere Kunden zur Verfügung stellen“, sagt Moser. Man sei auch „nicht mehr weit davon entfernt“, eine Neuigkeit im Bereich der Extrusion Group zu vermelden, mit der man dann „nicht mehr einseitig von Fensterprofilen abhängig“ sein werde, sagt Vorstandsvorsitzender Axel Kühner. Nähere Details könne er aber noch nicht nennen.

Von den sieben Prozent Umsatzplus sind zwei Prozent auf Akquisitionen – darunter etwa in Russland, der Türkei, Schweden oder Spanien – zurückzuführen. Die Investitionen wurden mit dem Cashflow finanziert. Mit 138 Millionen Euro wurde 2017 der höchste Wert der Unternehmensgeschichte investiert – 25 Millionen Euro flossen in die Akquisitionen. Ein Grund für die hohe Summe seien die Erweiterung der Bio-One und der Beginn des Ausbaus des Headquarters in Kremsmünsters um insgesamt 25 Millionen Euro. Die beiden Investitionen seien laut Kühner ein „klares Bekenntnis zum Standort Oberösterreich“.

Heimatmarkt Europa

Europa ist der Heimatmarkt für die Greiner Gruppe mit 76 Prozent des gesamten Umsatzes und dies werde auch noch einige Jahre so bleiben. Andere Weltregionen würden aber deutlich schneller wachsen und danach müsse man sich ausrichten. So hätte Greiner vor fünf Jahren noch 84 Prozent des Umsatzes in Europa gemacht. „Wir verlagern aber keine Produktionen“, betont Moser. Jeweils zehn Prozent des Umsatzes macht Greiner in Nordamerika und Asien, drei Prozent in Südamerika und das restliche Prozent auf der restlichen Welt. Die Gruppe ist mittlerweile mit 139 Standorten in 33 Ländern vertreten .

Greiner will die Wachstumsstrategie fortsetzen. Bei der Pressekonferenz verkündet Kühner die Übernahme durch die Greiner Foam von weiteren zehn Prozent und damit eine Mehrheitsbeteiligung von 60 Prozent am Joint Venture Unifoam in Südafrika. Und man habe bereits „weitere Kandidaten im Auge“ . Der Umsatz soll im Jubiläumsjahr 2018 ähnlich wie im Jahr zuvor im mittleren einstelligen Bereich wachsen.

Die von der EU aktuell diskutierte “Plastiksteuer“ hat für Kühner keine sinnvolle Lenkungswirkung. Am Ende des Tages müssten die Konsumenten die Steuer tragen. Wenn dann ein Becher Joghurt einen Viertelcent mehr koste, komme das aber nicht beim Konsumenten an. „Das ist politischer Aktionismus, der in die falsche Richtung steuert“, sagt Kühner und rät stattdessen bei den Abfallwirtschaftssystemen in Entwicklungsländern und im Recycling den Hebel anzusetzen. Es komme weniger als drei Prozent des Plastikabfalls aus Europa und Amerika. Ein Joghurtbecher enthalte derzeit weniger als zehn Prozent Recyclingmaterial. Recyceltes Material dürfe nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommen und daher nur in Zwischenschichten bei der Produktion verwendet werden.