Pressekonferenz SPÖ OÖ zum "Fachkräftemangel"

Wie die SPÖ OÖ den Fachkräftemangel bekämpfen will

Birgit Gerstorfer, Landesparteivorsitzende der SPÖ Oberösterreich, präsentiert in einer Pressekonferenz Forderungen an Bund und Land zur Bekämpfung des Fachkräftemangels.


127.000 Facharbeiter und Fachkräfte werden laut Fachkräftemonitor im Jahr 2030 in allen wirtschaftlichen Bereichen fehlen. Gleichzeitig sinkt das Arbeitskräftepotential um 49.000 Personen auf 874.000 erwerbsfähige Personen von 18 bis 64 Jahren.


Daher brauche es eine massive Schwerpunktsetzung im Bereich der Qualifizierung von Arbeitssuchenden und diese könne nur funktionieren, wenn Arbeitsmittel aktiv dafür eingesetzt werden, so Birgit Gerstorfer, Landesparteivorsitzende der SPÖ OÖ. Leider sei auch im Land OÖ das Budget im Bereich der Bildung der Bevölkerung deutlich zurück gegangen – das sehe man bei den Beiträgen für die Bildungskonten.


In Oberösterreich gebe es einen der höchsten Teilzeitquoten bei Frauen. 54,1 Prozent der Frauen arbeiteten im Jahr 2015 in Teilzeit und das auch mit deutlich niedrigerem durchschnittlichem Stundenausmaß als in anderen Ländern. Dazu Gerstorfer: „Die Frauen sind das größtes Potential an Fachkräften, das wir in OÖ haben."


Gerstorfer kritisiert besonders die Kürzungen des Landes von jeweils vier Millionen Euro beim Bildungskonto und dem Bereich der Jugendlichen. Denn es müsse noch immer in gewisse Zielgruppen, die es schwieriger haben, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, investiert werden – auch wenn sich der Arbeitsmarkt vermeintlich gut entwickelt.


„Am Ende des Tages ist der Fachkräftemangel ein gesellschaftspolitisches Problem.“ In OÖ habe es über Jahre hinweg eine defensive Migrations- und Kinderbetreuungspolitik gegeben. „Wir sind seit ewigen Zeiten bei der Kinderbetreuung ganz hinten, dadurch produzieren wir Teilzeitarbeit bei Frauen. Wir haben den niedrigsten Anteil mit Personen mit Migrationshintergrund – seit den 90er Jahren wurden die Quoten für den Zuzug sehr niedrig gehalten.“


In Oberösterreich bekommen die Frauen im Schnitt 1,1 Kinder. „Damit werden wir uns nicht reproduzieren und werden in Summe weniger“, so Gerstorfer. Und auch die Digitalisierung und Industrie 4.0 schaffen keine Arbeitsplätze ab, die sie nicht gleichzeitig wo anders wieder schaffen.