Worauf es ankommt, damit es ankommt.

Peter Vorauer und Thomas Panholzer wissen, worauf es ankommt, damit es ankommt. Sowohl in der Werbung, als auch beim Kochen. Seit mehr als sieben Jahren betreut die Werbeagentur vorauer friends den Lebensmittelgroßhändler C+C Pfeiffer.In der Küche stehen sie heute aber zum ersten Mal gemeinsam, und zwar in der FM-Schauküche in Pasching ... mal sehen, wie kreativ die beiden bei der Zubereitung von Rinderfilets mit Trüffelpüree, Fisolen und Pflaumensauce sind.

Ist es der feine Trüffelgeschmack, die Kombination von roter Zwiebel, frischem Ingwer, Chili und Pflaumen? Oder die Tatsache, dass das Rinderfilet von bester Qualität und perfekt auf den Punkt gebracht ist? Was auch immer, es schmeckt unverwechselbar gut. Und darauf kommt es auch in der Werbung an – man ist stets auf der Suche nach dem Alleinstellungsmerkmal, dem USP des Kunden. „Bei C+C Pfeiffer ist ein ganz wesentlicher Punkt, dass man immer einen Schritt voraus ist – man läuft Trends nicht hinterher, man setzt sie“, sagt Peter Vorauer, Geschäftsführender Gesellschafter der Agentur vorauer friends in Thalheim bei Wels. Abheben wolle sich der Lebensmittel-Großhändler von anderen auch mit Top-Qualität:„Dass es zum Teil Fleischangebote um 2,99 Euro gibt, macht uns extrem traurig – jeder vernünftig denkende Mensch weiß heute, dass man Tiere um den Preis nicht füttern kann.“ Der Preiseinstieg hat für ihn eine Untergrenze. „Wir schauen uns die Produkte sehr genau an und wenn wir nicht dahinterstehen, wie etwas produziert wird, dann bieten wir das nicht an“, sagt Thomas Panholzer, Geschäftsführer von C+C Pfeiffer. Die Nachfrage nach Top-Premium- Qualität sei schließlich groß – wohl auch deshalb, weil sich kein Gastronomiebetrieb einen Lebensmittelskandal leisten kann. „Einen Skandal verhindern können wir nur, indem wir eine hohe Wertschätzung gegenüber den Produkten haben. Indem wir diese testen und wissen, woher sie kommen. Indem wir den Lieferanten einen fairen Preis bezahlen. Und natürlich indem wir bei Reklamationen übervorsichtig reagieren.“

Kochzeit

Neben Qualität verlangen Gastronomen auch eine riesige Auswahl. Das Sortiment entwickle sich hauptsächlich durch Kundenwünsche sowie durch Reisen und Erlebnisse der Köche. „Dazu haben wir ein eigenes Kompetenzzentrum mit dem Namen Cook 2.0“, erklärt Panholzer. Hier werden Lieferanten, Kunden und Köche eingeladen, um gemeinsam Dinge auszuprobieren und neue Trends aufzuspüren. Als unsere beiden Köche durch die C+C Pfeiffer Filiale spazieren und den Einkaufswagen füllen, entscheiden sie sich für ein sogenanntes Kalbin Cult Beef. Dieses komme, so Panholzer, aus einer Kooperation mit österreichischen Rinderbauern und liege daher ganz im Trend. Denn ehrliche und regionale Produkte werden von immer mehr Gastronomen stark nachgefragt.

Zum Fleisch kommen wir aber erst später, zunächst kümmert sich Peter Vorauer um die Kartoffeln und Thomas Panholzer übernimmt das Zwiebelhacken. Und wir? Wir staunen nicht schlecht, denn schon bald wird klar, dass hier zwei Profis am Werk sind. „Tja, Frauen finden das Hacken so derartig sexy, das muss man einfach können“, sagt Panholzer – natürlich garniert mit einem Augenzwinkern. Tatsächlich ist er Absolvent der Tourismusfachschule in Bad Leonfelden, verbrachte während eines Hotelpraktikums zahlreiche Stunden mit Schnittlauchschneiden und führte einige Jahre selbst einen Gastronomiebetrieb. Auch Peter Vorauer kennt die Branche. „Um mir mein Studium finanzieren zu können, habe ich sieben Jahre als Kellner gearbeitet – also weiß ich, wie hart die Arbeit in der Gastronomie ist und wie wichtig es ist, dass ein Kunde wie C+C Pfeiffer perfekte Leistung abliefert und sich jeden Tag auf’s Neue beweisen muss.“

Zutatenliste

Dieses Verständnis kann bei der Ausarbeitung von Werbekonzepten, welche die Gastronomen ansprechen sollen, äußerst hilfreich sein. Doch wie ist das nun mit der Kreativität – wie muss Werbung sein, damit sie ankommt? „Ich glaube, das ist wie beim Kochen: Mit je mehr Freude man’s macht, desto besser wird’s“, sagt Vorauer. Die Zutaten seien einerseits, das Unternehmenskonzept des Kunden immer im Hinterkopf zu haben, nie den roten Faden zu verlieren und darauf basierend eine Vorstellung über den genetischen Code der Marke zu haben. „Gleichzeitig braucht es auch ein gewisses Maß an Erfahrung – man muss wissen, wie das Management des Kunden tickt, sowie welche Ziele aktuell verfolgt werden.“

"Kochen ist so kreativ wie Werbung. Mit je mehr Freude man's macht, desto besser wird's."

Peter VorauerGeschäftsführender Gesellschafter vorauer friends werbeagentur

Wie sich Werbung in Zukunft weiterentwickeln wird, könne niemand sagen, doch „früher war unsere Branche ausschließlich kreationsgetrieben, heute sind wir kreations- und technikgetrieben“, weiß Vorauer. Wohin die Technik führen wird, welche Gewohnheiten die Konsumenten an den Tag legen werden und mit welchen Medien wir in Zukunft konfrontiert sein werden, ist noch unklar. „Jedes Jahr werden die Karten neu gemischt. Dinge, die bis jetzt gut funktionieren, funktionieren vielleicht morgen plötzlich nicht mehr, dafür kommen andere Sachen, die man sich heute noch gar nicht vorstellen kann,“ sagt Vorauer. Das seien Herausforderungen, die man entweder mag oder nicht mag. „Wenn man’s mag, dann wird man erfolgreich sein. Ich hab beschlossen, sie zu mögen.“ Auch Panholzer muss sich permanent neuen Herausforderungen stellen, zum Beispiel dem Trend des Onlinegeschäfts. „Über 50 Prozent des Zustellumsatzes wird bei uns bereits online eingekauft, der Trend wächst jedes Jahr um zwei bis drei Prozent.“ Die moderne Gastronomie sei im Bestellwesen sehr professionell unterwegs.

Geschmackssache

Plötzlich ist es ganz still im Schauraum. Alle sind sich einig: Es schmeckt köstlich! Ob es in der Werbung hingegen nicht schwierig sei, stets den Geschmack des Kunden zu treffen? „Man muss sich in den Dienst der Sache stellen“, antwortet Vorauer, „und das funktioniert häufig beim ersten Mal, aber manchmal auch nach dem Motto Versuch und Irrtum.“ Wenn es aber gelinge, die Zwischentöne des Kunden zu beachten und auf Augenhöhe zu arbeiten, dann komme am Ende immer eine tolle Lösung heraus, von der alle überzeugt sind. Überzeugt sind wir übrigens auch – nämlich davon, dass man dieses Rezept unbedingt nachkochen muss! Peter Vorauer und Thomas Panholzer haben vorgemacht, wie es geht: Man nehme ein starkes Bewusstsein für Qualität, füge jede Menge Leidenschaft hinzu und würze mit einer Prise Mut zur Veränderung. Viel Spaß beim Nachkochen!

Erfolgsrezept

Was ist Ihr persönliches Erfolgsrezept?

VorauerJeden Tag leidenschaftlich fleißig sein.

PanholzerSeine Kunden und seine Mitarbeiter zu lieben. Und vor allem die richtigen Mitarbeiter zu haben.

Ist es schwierig, diese zu finden?

PANHOLZERNein. Man muss aber auch mal den Mut haben, sich einzugestehen, dass man nicht zusammenpasst. Denn das richtige Team muss sich finden und bilden – dann kann man die Mitarbeiter auch gut und eigeninitiativ arbeiten lassen.

Was tun Sie, wenn etwas anbrennt?

VORAUERDas Beste daraus machen, die Strategie ändern und dann ganz wendig schauen, was man jetzt aus dieser Geschichte machen kann. Und keinesfalls über das Angebrannte ärgern.

PANHOLZERAlles, was passiert, und wenn’s noch so schlimm ist, hat auch immer irgendetwas Gutes. Und wenn man sich dann auf diesen positiven Aspekt konzentriert, dann ist die negative Energie weg, sodass man dann vielleicht aus dem Drama, aus dem Angebrannten, plötzlich etwas Gutes herausholen kann. Man überdenkt sich selbst und die Situation. Und das ist ein guter Start für etwas Neues.

#Ähnliche Artikel

Recruiting ohne Geschmacksverstärker

Brigitte Zibuschka leitet den IT-Recruiting-Bereich bei Epunkt, Michaela Moser das Sourcing. Die beiden Macher am Herd erzählen von den Gemeinsamkeiten von Recruiting und Kochen, Eigenverantwortung im Team und warum der Spruch „Das war schon immer so“ ein absolutes No-Go im Unternehmen ist.

Die richtige Würze

F. Peter Mitterbauer lenkt als Vorstandsvorsitzender die Geschicke der weltweit tätigen Technologie-Gruppe Miba mit Sitz in Laakirchen. Katrin Zorn ist für den Aufbau eines neuen Technologiekompetenzzentrums für die Gleitlager- und Beschichtungsaktivitäten der Miba verantwortlich. In der Küche des Einrichtungshauses BAM.wohnen in Vorchdorf erfahren wir von den zwei Machern am Herd, was die richtige Würze für das Industrieunternehmen ist und wobei man sich schon mal die Finger verbrennen kann.

Urteil: Köstlich

Martin Oder ist seit 16 Jahren nicht mehr aus der Wirtschafts- und Unternehmensrechtskanzlei Haslinger / Nagele & Partner wegzudenken, Birgit Voglmayr hat sich in fünf Jahren von einer Praktikantin zur Partnerin hochgearbeitet. Die beiden Macher am Herd sind leidenschaftliche Hobbyköche und sprechen mit uns über die Parallelen von Küche und Kanzlei, neue Anforderungen des Berufsstands – und wie bei Hausdurchsuchungen improvisiert werden muss.

Der richtige Zeitpunkt

Im Job sind die beiden ein eingespieltes Team. In der Küche werken sie normalerweise lieber alleine. Doch davon hat man bei den beiden Machern am Herd der Hoflehner Interiors Küche nichts gemerkt. So wie Georg Beham und Ewald Kager, Partner bei Grant Thornton am Standort in Linz, den Unternehmen zum richtigen Zeitpunkt eine Lösung für ihre Probleme in den Bereichen Krisenmanagement, Forensik, Cyber Security sowie Digitalisierung und Datenanalytik vorlegen, so pünktlich stand das Essen auf dem Tisch.

Was werden sie wohl anrichten?

Thomas Stelzer ist als Landeshauptmann oberster Vertreter Oberösterreichs, die 22-jährige Claudia Plakolm wird nach der kommenden Wahl wahrscheinlich die jüngste Abgeordnete im Nationalrat sein. Was ist das Erfolgsrezept der beiden? Zwei Macher am Herd, die normalerweise in der Politik zusammenarbeiten.

Multitasking (in der) Küche

Christian Rösler lenkt die Geschicke des Küchenherstellers Ewe/FM, Günter Schwarzlmüller ist Marketingverantwortlicher. Ohne Zweifel sind diese beiden Macher am Herd also Experten für Küchen. Aber wie sieht es mit dem Kochen aus? Wir haben es herausgefunden.

Zwei Jäger und ein Reh(rücken)

Auf ihren Tellern landen bodenständige Gerichte. Da sind sich die beiden Macher am Herd der Dostal Küche einig. Und auch sonst haben FPÖ-Landesrat und Parteiobmann Manfred Haimbuchner und FPÖ-Landtagsabgeordneter, Bürgermeister und Unternehmer Wolfgang Klinger viele Gemeinsamkeiten. Da macht es auch gar nichts, dass einer der beiden Herren normalerweise anderen den Vortritt am Herd lässt.

Wie man Berge versetzt.

Berge aus köstlichen Kartoffeltalern zum Beispiel. Hier eine kleine Anleitung dazu. Und auch Antworten auf Fragen wie "Was passiert eigentlich, wenn man jemandem ein Küchenmesser anvertraut, der bislang nur Kaffee kochte?" oder "Kann man sich als Spitzensportler vegan ernähren?". Profibergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner und VKB-Bank-Generaldirektor Albert Wagner beweisen beim gemeinsamen Kochen in der Intuo Schauküche in Pasching jedenfalls, dass Humor tatsächlich die Würze des Lebens ist.

Die Würze des Lebens

Sieht man Christoph Jungwirth und Gunter Derflinger dabei zu, wie sie ein herrlich zartes Kalbsfilet auf Sellerie-Kokos-Püree und Mango-Sellerie-Salat mit grünem Spargel auf Zitronengras-Curry-Sauce zaubern, dann hat man keine Zweifel daran, dass hier zwei Haubenköche am Werk sind. In Wahrheit leben sie aber ihre Kreativität beruflich als Geschäftsführer und Regionalleiter am BFI aus. Kochen ist nur der Ausgleich dazu.

Es ist angerichtet!

Als erfolgreiche Rechtsanwälte verbringen Birgit Leb und Michael M. Pachinger für gewöhnlich mehr Zeit am Gericht als in der Küche. Aber Gerichte lassen sich bekanntlich auch gut verspeisen. Wie gut, das beweisen die beiden mit köstlichen Thunfischsteaks auf Lauch-Risotto und scharfer Orangen-Salsa.

Macher am Herd - das Auge isst mit

Die Würze liegt im Detail. Denn es komme schliesslich auf die Kleinigkeiten an - sowohl in der Küche als auch im Geschäft, sind sich die beiden Macher vom Privatfernsehsender LT1 einig. Dass auch eine gewisse Portion Humor dazu gehört, das haben Gründer und Geschaftsführer Dieter Holzhey und Marketing-Chef Christian Zimmermann beim Aufkochen im HAKA-Küchenstudio in Traun bewiesen.

„Zentralisierung ist der falsche Weg“

Bis 1.1.2020 sollen die bislang 21 Sozialversicherungen auf fünf Träger zusammengelegt werden. Die 170 Seiten starke Mega-Reform der türkis-blauen Regierung sorgt für ordentlichen Zündstoff. Ende Oktober wurde sie trotz Protesten in der Begutachtung fast unverändert Richtung Parlament geschickt. Die Eckpunkte der Reform im Überblick und Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer Oberösterreich, darüber, warum Oberösterreich als Verlierer aus der Reform rausgehen wird.

Vorhang auf für …

... #Auslandsaufenthalte, #Werbung, #Emotion, #Familie, #Recruiting. Ein Überblick über fünf Themen, mit denen Unternehmen ihre Marke auf dem Arbeitsmarkt positionieren.

Petition für Deutsch am Schulhof

Die Kenntnis der Landessprache leiste einen großen Beitrag zur Integration und eröffne jungen Menschen bessere Chancen am Arbeitsmarkt, sagt Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner und fordert daher, dass Kinder am Pausenhof Deutsch sprechen müssen. Die Maßnahme ist bei den anderen Parteien umstritten, Bildungsminister Heinz Faßmann erteilte der Forderung aufgrund von verfassungsrechtlichen Bedenken eine Absage. Haimbuchner widerspricht und startete Ende Oktober eine Petition für „Deutsch am Pausenhof“.

„Wir haben zu viele falsch qualifizierte Leute“

Der Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich, Axel Greiner, sowie der Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch, über falsche, traditionelle Rollenbilder, der „Kostenlos-und-Umsonst-Mentalität“ und dem Fortschritt beim Lösen des Fachkräftemangels in Österreich.

Warum ein Zwergenland und Yoga den Unterschied machen

450 neue Mitarbeiter hat das Wirtschafts- und Beratungsunternehmen KPMG österreichweit 2018 gesucht. Und 450 Mitarbeiter hat es auch gefunden. Das ist in Zeiten des Fachkräftemangels nicht selbstverständlich. Helge Löffler, KPMG Partner und Linzer Standortleiter, erzählt, wie das gelungen ist, und räumt mit einem weitläufigen Vorurteil auf.

Von Eberstalzell bis nach Australien

Gutes Employer Branding hängt selten vom Ort ab, kann aber dazu führen, dass man viel von der Welt sieht. Beim Handelsdiskonter Hofer erstreckt sich Employer Branding vom Innovationszentrum im oberösterreichischen Eberstalzell bis hin zu Auslandsaufenthalten für Mitarbeiter beispielsweise in Australien. Wer für einen Auslandsaufenthalt überhaupt in Frage kommt und warum gutes Gehalt alleine noch keinen attraktiven Arbeitgeber ausmacht, verrät uns HR-Leiterin Veronika Badics.

Was gute Arbeitgeber wirklich ausmacht

Es nimmt oft obskure Formen an und ist dennoch beliebt – zumindest bei manchen. Für andere wiederum macht es wenig Sinn. Die Rede ist vom aktuell allgegenwärtigen Begriff „Employer Branding“ – der Arbeitgebermarke. Doch welche Maßnahmen sind für eine starke Arbeitgebermarke wirklich sinnvoll? Was wird unter Employer Branding überhaupt verstanden? Und wie viel Geld ist man bereit, dafür in die Hand zu nehmen? Neun Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen antworten.