„Mit einem Sparbuch kann ich mir ins Knie schießen“

Es waren einmal ein gelernter Bäcker, ein Vertreter von Friseurzubehör und ein EDV-Verkäufer. Trotzdem bringen sie zusammen mehr als 85 Jahre Erfahrung im Immobilieninvestment mit. Dieses Triumvirat kennt den Markt wie ihre Westentasche und transportiert mit der Öko Wohnbau mittlerweile 164 Millionen Investitionsvolumen. Etabliert hat man sich vor allem als Anbieter von sogenannten Bauherrenmodellen.

„Wir sind drei Eigentümer und alle aus fremden Berufen in die Branche reingewachsen. Herbert Nachgarbauer hat vor 35 Jahren noch Friseurzubehör verkauft, Mario Deuschl ist eigentlich EDV-Verkäufer und ich bin gelernter Bäcker und Konditor. Aber wir alle lieben Immobilien und bringen mittlerweile zusammen mehrere Jahrzehnte Markterfahrung mit“, sagt Wolfgang Stabauer, einer der drei geschäftsführenden Gesellschafter. Bei der Öko Wohnbau gehe es darum, Investments so gut wie möglich zu streuen, also auf unterschiedliche Objekte zu verteilen sowie steuer- und förderungstechnisch das Beste herauszuholen. Das sei die einzig sichere Option zu sparen, so Stabauer, denn „einer Immobilie ist es egal, was der Markt und die Börse machen. Wohnen gehört zu den Grundbedürfnissen wie Essen, Trinken und deshalb ist das Immobilieninvestment immer in Mode. Bei einem Sparbuch kann man sich – metaphorisch gesprochen – ins eigene Knie schießen, dafür bekommt man keine Zinsen und somit keine Rendite mehr.“

Renaissance des Bauherrenmodells

Erfolgreich wurde Öko Wohnbau mit einer speziellen Form des Immobilieninvestments, dem Bauherrenmodell. Das ist eine Investition in eine Immobilie, an der man sich beteiligt, in Schritten investiert und Förderungen lukriert. Im Unterschied zu klassischen Bauherrenmodellen positioniert sich Öko Wohnbau in Nischen, vor allem bei Senioren und Studenten. Die Nachfrage sei bei klar definierten Zielgruppen deutlich höher als bei herkömmlichen Wohnungen. „Solche Wohnformen haben enormes Zukunftspotential. Beide Systeme - Senioren- und Studentenwohnungen – kann man ideal mit Bauherrenmodellen abdecken und gleichzeitig bestehende, innerstädtische Altsubstanzen sanieren und erhalten.“ Hinzu kommt, etwa bei den Senioren, ein sozialer Aspekt. Laut einer vom Linzer Meinungsforschungsinstitut market durchgeführten repräsentativen Studie haben zwei Drittel der befragten Österreicher Angst vor Einsamkeit, die Hälfte der 60- bis 69-Jährigen befürchtet, im Alter zu wenige Freunde zu haben. Beim „Betreuten Wohnen“ können Senioren ihren Lebensabend in Gemeinschaft verbringen. „Es geht dabei um Sicherheit, Geselligkeit, Schutz vor Vereinsamung und Hilfe bei Demenzerkrankungen.“

Bei den Bauherrenmodellen für Studenten gibt es einen Mieter, der sich auf mindestens 20 Jahre mit einem unkündbaren indexierten Mietvertrag bindet. Dieser vermietet an die einzelnen Studenten weiter, die ein besonderes Service genießen. „Studenten wollen ordentliche Lern- und Studierräume, Partyräume, WLAN, eine Sauna und ein Fitnesscenter haben. Studenten muss was geboten werden.“ Auf dem mehr als 7.000 Quadratmeter großen Areal zwischen der Moserhofgasse und der Sandgasse in Graz etwa, direkt gegenüber der Technischen Universität, entsteht eine solche Studentenliegenschaft. Insgesamt können bis zu 220 Studierende in 60 Wohnmodulen leben und studieren. Ein Wohnmodul besteht aus zwei bis fünf kleinen Wohneinheiten, zudem beherbergt das Objekt einen kleinen Greißler, ein Café, eine Grillstation und Begegnungszonen. „Es sind sechs Häuser, die wie ein Atrium verbunden sind, so entsteht dazwischen ein eigener, kleiner Dorfplatz.“ Gebaut wird in Holz, weil „es sehr viel Qualität mitbringt. Es ist sauber, schont die Umwelt enorm und man reduziert die Bauzeit um bis zu einem Viertel. Zudem ist es atmungsaktiv, hat beim Bauen keine Feuchtigkeit und ist natürlich vom CO2-Wert her viel besser.“ Das ist einer der großen Erfolgsfaktoren von Öko Wohnbau, die das klassische Bauherrenmodell in eine – laut eigenen Angaben – Renaissance geführt haben. „Diese unterschiedlichen Modelle haben wir in den Markt gebracht. Darüber hinaus arbeiten wir schnell und haben kurze Entscheidungswege. Das macht unseren Erfolg aus.“ Kooperiert wird dabei häufig mit anderen Größen der Immobilienbranche, etwa mit der Silver Living GmbH oder der Wert Secure.

Grazer Wahlheimat

Ein zweites und drittes Standbein der Öko Wohnbau sind die all-in99-Vorsorgewohnungen und die 3-Jahres-Immoprojekte. Die Vorsorgewohnungen sollen Einsparungsmöglichkeiten gewährleisten. Anstatt eines Grundstückserwerbs pachtet man es auf 99 Jahre. Der Vorteil? Die Investoren erwerben eine parifizierte Eigentumswohnung (das Verhältnis der Eigentumsanteile der einzelnen Miteigentümer wird bestimmt) und erhalten damit eine langfristig sichere Rendite, unterschiedlich je nach Finanzierungsmodell. Für die Wohnungsmieter entsteht so leistbarer Wohnraum, der aufgrund einer ökologischen Massivholzbauweise ein gesundes Wohnerlebnis bietet. Nach den 99 Jahren gebe es drei Szenarien: Verlängerung des Baurechts, der Baurechtsgeber verkauft an die Baurechtsnehmer oder der Wert der Immobilie wird geschätzt – und mit Zahlung einer bereits bei Vertragsabschluss fixierten Quote geht das Eigentum der Wohnungen an den Baurechtsgeber über. Bei den 3-Jahres-Immoprojekten erwirbt ein Investor Anteile bei einer Projektgesellschaft. Diese Gesellschaft besitzt ein Alt-Wiener-Zinshaus (teilweise auch Neubau), das innerhalb von drei Jahren generalsaniert, vermietet und verkauft wird. Der Investor bekommt nach drei Jahren eine vorab garantierte Abschöpfung von 118 Prozent für sein hundertprozentiges Investment. Diese Konzepte scheinen aufzugehen: Neben mehr als 160 Millionen Investitionsvolumen in den letzten fünf Jahren hat man sich 87 Vertriebspartner aufgebaut, mehr als 1.000 Wohneinheiten vermittelt und rund 580 Investoren zufriedengestellt. Obwohl man eine oberösterreichische Firma ist, hat man 85 Prozent der Kunden außerhalb Oberösterreichs. Besonders beliebt für die Öko Wohnbauprojekte ist dabei Graz, denn „die Steiermark hat ein Förderungssystem für Bauherrenmodelle, das in Österreich seinesgleichen sucht. Die Politik in der Steiermark hat erkannt, dass sie Unternehmen wie unseres forcieren müssen.“_

Im Unterschied zu klassischen Bauherrenmodellen positioniert sich Öko Wohnbau in Nischen, vor allem bei Senioren und Studenten.

Wolfgang Stabauer Geschäftsführender Gesellschafter, Öko Wohnbau

#Ähnliche Artikel

„How to …?“

Wie vermarktet man erfolgreich Immobilien? Welche Qualitäten muss ein Gewerbeobjekt mitbringen? Achim Harrer, Gewerbeimmobilienexperte von Real 360, spricht beim Rundgang durch zwei Neubauobjekte über Mieterwünsche, Hausaufgaben eines Immobilienmaklers und welche Vermarktungsqualitäten man mitbringen sollte.

Wo Anton Bruckner auch gerne gewohnt hätte …

Wo früher Musiker und Künstler ausgebildet wurden, entstehen nun fünf verschiedene Wohnungstypen auf 31 Stockwerken – vom Microflat bis zum Penthouse. Bis vor kurzem stand hier noch die ehemalige Bruckneruni, 2020 soll das neueste, exklusive Projekt von City Wohnbau fertig sein. Ein Blick in die Glaskugel verrät, wie Familien mit Kindern, Singles und Personen im Ruhestand zukünftig im Bruckner Tower in Linz-Urfahr wohnen werden. Wer weiß, vielleicht wäre Anton Bruckner gerne einer von ihnen gewesen.

PR

Außergewohnlich

Er wird mit 31 Geschossen der höchste Wohnturm der Stadt und umfasst Angebote von Premium-Wohnungen bis hin zu Microflats. Der Bruckner Tower in der Wildbergstraße ist momentan eines der spannendsten Bauprojekte in Linz. Aber nicht nur Hochhaus-Liebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Auch unter den neuen Top-Objekten des Landes: Exklusive Eigentumswohnungen am Attersee, Wohnen im Altbau und ein Büro im geschichtsträchtigen Palais.

"Wir schaffen nicht mehr als drei Prozent Wirtschaftswachstum"

Sie sind wertmäßig Marktführer bei Holz/Alu-Fenster und Nummer Zwei auf dem Gesamtfenstermarkt. Josko Fenster und Türen mit Standorten in Kopfing und Andorf hat die zwei besten Jahre seiner Unternehmensgeschichte hinter sich. Doch der starke konjunkturelle Rückenwind birgt auch seine Tücken. CEO Johann Scheuringer junior in vier Statements darüber, wie er den Fachkräftemangel sieht, welche Bedeutung Employer Branding für Josko hat und warum man überrascht war, im Trend-Ranking zu den Top-Arbeitgebern Österreichs zu zählen.

Was die Zukunft bringt …

Was passiert,wenn man Experten aus sämtlichen Bereichen des Bauens und Wohnens in die Glaskugel schauen lässt? Man bekommt Antworten auf Fragen wie: Warum werden im Bad Wasserhähne zu Wasserfälle und warum sollten Büros Balkone haben? Wie sorgt man mit Camping-Sesseln für mehr Emotionen in der Arbeitswelt und welche Herausforderungen warten beim Ladenbau? Ein Überblick über Trends beim privaten Wohnen, im Arbeits- und Einkaufsbereich.

Geförderter Wohnbau: Quo vadis?

Wohnen mit Blick auf den Attersee. Dank der im Seengebiet tätigen gemeinnützigen Wohnbauvereinigung GSG ist das auch für Menschen mit kleineren Brieftaschen noch möglich. In Zeiten der Niedrigzinsphase und engen gesetzlichen Rahmenbedingungen werde das aber immer schwieriger. Geschäftsführer Stefan Haubenwallner darüber, wie die GSG den gestiegenen Anforderungen nachkommt und welche Steuerungen es von Seiten der Politik für die Zukunft braucht.

Wenn Einhörner baden gehen

Es sind oft kuriose Wünsche, welche die Geschäftsführerin von City Wohnbau in Linz, Anne Pömer-Letzbor, ihren Kunden erfüllt. Solange es baurechtlich erlaubt ist, mache sie das aber gerne. Denn in Zeiten von Grundstücksknappheit und Niedrigzinsen könne man sich am besten durch exklusive Bauprojekte und eine gute Kundenbetreuung von der Konkurrenz abheben. Das ist das berühmte Tüpfelchen auf dem i, oder in diesem Fall: der Glitter auf dem Einhorn.

Swimmingpool oder Naturteich? Living-Pool!

Beim Traum vom eigenen Garten gehört für viele auch eine Bademöglichkeit dazu. Für viele Gartenbesitzer stellt sich da die Frage: Swimmingpool oder Schwimmteich? Mit dem von der Firma Biotop entwickelten Living-Pool gibt es nun eine Alternative. „Freiraum Gärtner von Eden“ aus Alkoven ist einer der lizenzierten Partner, die Living-Pools anbieten und wurde 2017 für das beste Design aller in Europa gebauten Living-Pools ausgezeichnet. Eigentümerin Alexandra Zauner über die Realisierung von Gartenträumen.

PR

außergeWOHNlich – Die neuen Top-Objekte

Obwohl die Immobilienpreise steigen, herrschen dank der Niedrigzinsphase gute Voraussetzungen für eine Investition. Immer häufiger wird dafür im Internet nach einer passenden Immobilie gesucht.

„Ja, wir schaffen das!“

Mit diesem Leitsatz scheut Bob der Baumeister keine noch so große bauliche Herausforderung. In der realen Welt ein Haus zu bauen ist jedoch kein Zeichentrickfilm. Es muss allerdings auch kein Horrorfilm werden. Jedenfalls dann nicht, wenn man vorab die richtigen Experten befragt, worauf man wirklich achten muss und auf welche Herausforderungen man sich einstellen sollte. Dafür haben wir wertvolle Tipps eingeholt, damit jeder Häuslbauer sagen kann: „Ja, ich schaffe das!“

Gratwanderung zwischen Tradition und Moderne

Der Werkstoff Holz wird mit Gesundheit und Behaglichkeit im persönlichen Lebensraum assoziiert. Häuser zur Gänze aus Holz stellen aber oft eine komplizierte Gratwanderung zwischen Tradition und Moderne dar. Wie die Umsetzung funktioniert, weiß man beim Fenster- und Türenhersteller Josko in Kopfing im Innkreis.

Wie wohnt man heute?

Werte wandeln sich. Und werden durch Kunst, Kultur und Architektur gespiegelt – seit Jahrtausenden. Doch welchen Stellenwert hat das Wohnen heute? „Einen viel größeren als noch vor einigen Jahren“, meint Klaus Hoflehner, Geschäftsführer von Hoflehner Interiors. Denn neben Ästhetik und Design schätzt man heute an den eigenen vier Wänden vor allem eines: Ruhe, Gemütlichkeit und Rückzug.

PR

24-h Betreuung im Trend

79 Jahre bei den Männern, 84 Jahre bei den Frauen: Noch nie war die Lebenserwartung der Oberösterreicher höher als heute. Innovative Pflegemodelle zu entwickeln, ist damit ein Muss.

Interview in Zahlen mit Manfred Haimbuchner

Wann klingelt in der Früh im Hause Haimbuchner der Wecker? Wie viele Tiere hat der passionierte Jäger bisher schon erlegt und wie oft hat der frischgebackene Familienvater bereits die Windeln von seinen kleinen Sohn gewechselt? Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner in einem Interview der anderen Art.

PR

Wenn Gärwärme die Harmonie rettet

In der Stadtgemeinde Schwechat südöstlich von Wien und im Grazer Stadtteil Puntigam werden momentan hunderte neue Wohneinheiten gebaut. Parallelen gibt es dabei nicht nur in Bezug auf die langjährige Brautradition, die beide Orte vereint. Bei beiden Bauprojekten werden die zukünftigen Bewohner mithilfe von Gärwärme aus den anliegenden Brauereien heizen. Für alle Seiten eine Win-Win-Situation, die von der Brau Union Österreich gemeinsam mit lokalen Energie-Partnern vor Ort umgesetzt wurde.

„In Wahrheit kann ich nichts Anderes“

Von Beginn an hat Real 360 auf Vermarktungsinnovationen wie Virtual Reality gesetzt. Das trägt Früchte: Nach drei Jahren ist man einer der größten Immobilienanbieter in Linz. Und auch wenn sie nach eigenen Aussagen eigentlich nichts Anderes können als Immobilien zu verkaufen oder zu vermieten, ihr Geschäft beherrschen sie dafür umso besser. Ein größerer Unternehmenssitz war aufgrund der stetig wachsenden Auftragssituation und der Vergrößerung des Teams die logische Konsequenz.