Werte wandeln sich. Und werden durch Kunst, Kultur und Architektur gespiegelt – seit Jahrtausenden. Doch welchen Stellenwert hat das Wohnen heute? „Einen viel größeren als noch vor einigen Jahren“, meint Klaus Hoflehner, Geschäftsführer von Hoflehner Interiors. Denn neben Ästhetik und Design schätzt man heute an den eigenen vier Wänden vor allem eines: Ruhe, Gemütlichkeit und Rückzug.
Trends kommen und gehen. Sie inspirieren und polarisieren. Sie geben die Möglichkeit zur Individualität. Was sie außerdem verdammt gut können: Sie stressen. Denn so schnell wie sie aufpoppen, sind sie auch schon wieder verschwunden oder ersetzt worden. Was also tun, wenn man in der schnelllebigen und von Trends geprägten Zeit die Wohnung oder das Haus cool und individuell einrichten möchte? Klar, man könnte sich natürlich von Einrichtungstrends diktieren lassen und ständig Neues kaufen – dem Zeitgeist entsprechend. Klaus Hoflehner hält jedoch nicht viel von Zeitgeist und Trends beim Einrichten: „Ich kann ja mal ein apfelgrünes Kissen auf das Sofa legen, wenn ich meine, dass Apfelgrün gerade aktuell ist. Aber die Einrichtungsbasics sollten niemals einem Modetrend unterliegen.“
Zeitlos und beständig
Doch was ist das Merkmal von zeitloser Einrichtung? „Charakterstarke Modelle sind von Natur aus zeitlos und individuell“, meint Hoflehner dazu. „Das worst-case-szenario würde sein, wenn jemand einen Wohnraum betritt und sofort sagt: „Das wurde 2018 errichtet.“ Für die Einrichtung wird viel Geld ausgegeben, das sollte schon 20 Jahre Bestand haben. Deswegen führen wir auch nur Marken, die zeitlose, hochwertige Möbel herstellen, die Jahre überdauern. Jedes unserer Möbel hat eine DNA, da es uns nicht egal ist, wo und unter welchen Umständen die Möbel produziert wurden und welche Designer sich darüber Gedanken gemacht hat.“ Neben einzigartigen Möbelstücken würden vor allem auch ausgewählte Materialen, Fußböden sowie Licht- und Farbkonzepte eine große Rolle für die Inneneinrichtung mit Wohlfühlfaktor spielen.
Eine Frage des Gespürs
Manche haben ihn. Andere eher weniger. Die Rede ist vom guten Geschmack, vom Gespür für Farben, Formen, Proportionen und Licht und deren Zusammenspiel. „Ich habe schon viele wahnsinnig teure Wohnungen gesehen. Und glauben Sie mir, diese waren schrecklich eingerichtet“, meint Hoflehner. Aber kann man guten Geschmack lernen oder ist es eine Frage des Gespürs? „Die Frage ist: Was ist guter Geschmack? Gibt es eine ästhetische Internationale? Darüber kann man natürlich streiten. Aber ich glaube, dass es viel um Gespür für Ästhetik geht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Laien beim Zusammentragen von Fußboden, Licht, Materialien, Proportionen und Möbel oft an ihre Grenzen stoßen.“ Die Ideen und Inspirationen hole er sich gemeinsam mit seinem Team beim Besuch von internationalen Messen oder Designhotels. Hoflehner ist überzeugt: „Wir beschäftigen uns seit Jahrzehnten mit schönen Möbeln. Wir sind sowas von drinnen, wenn es darum geht, die Räume eines Hauses oder einer Wohnung zu gestalten.“
"Die Einrichtungsbasics sollten niemals einem Modetrend unterliegen."
Klaus HoflehnerGeschäftsführer, Hoflehner Interiors
Es seien auch schon öfter Kunden gekommen, die gesagt haben, sie hätten selber keinen Geschmack. „Manche Kunden kommen und wollen ,unseren Geschmack' kaufen. Sie erleben unseren Schauraum und wissen sofort, dass wir der richtige Partner sind. Für uns heißt das, dass wir unsere Erfahrungen mit den Kundenwünschen kombinieren müssen“, so Hoflehner. Komplettaufträge durch Innenraumplanungen hätten einen extremen Zulauf: „Wir leben von der Komplettausstattung, hier wird alles genau durchdacht. Von der modernen Küche bis zum Kleiderhaken.“ Nach der genauen Analyse der Wünsche und Vorlieben der Kunden gehe man zur Präsentation der Vorschläge und der genauen Umsetzung über. Das große Vorurteil, dass modernes Wohnen kalt und kühl sei, treffe bei Hoflehner’s Konzepten nicht zu: „Im Gegenteil. Die Kunst ist es, moderne Räume kuschelig zu gestalten.“
Und in Zukunft?
Hoflehner ist sich sicher: „Wir glauben, dass es nichts Wertvolleres gibt, als es in den eigenen vier Wänden schön zu haben.“ Heute läge man viel mehr Wert auf Design und Individualität. Und die schnelllebige, chaotische Zeit würde das Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit im Eigenheim fördern. „Das Zuhause soll eine Wohlfühloase sein, um Kraft zu tanken und sich rundum geborgen zu fühlen.“ Um vielleicht den nächsten Trend jagen zu können. Oder?_