Geförderter Wohnbau: Quo vadis?

Wohnen mit Blick auf den Attersee. Dank der im Seengebiet tätigen gemeinnützigen Wohnbauvereinigung GSG ist das auch für Menschen mit kleineren Brieftaschen noch möglich. In Zeiten der Niedrigzinsphase und engen gesetzlichen Rahmenbedingungen werde das aber immer schwieriger. Geschäftsführer Stefan Haubenwallner darüber, wie die GSG den gestiegenen Anforderungen nachkommt und welche Steuerungen es von Seiten der Politik für die Zukunft braucht.

Wer über das Areal des Wohnbauprojektes „Lenzing Mitte“ spaziert, geht durch eines der größten Wohnbauprojekte Oberösterreichs. In mehreren Etappen und einer Gesamtbauzeit von rund zwei Jahren baute die GSG – Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft für den Bezirk Vöcklabruck – 147 Wohnungen in verschiedenen Ausführungsvarianten. Die Wohnungen werden als Eigentum, zur Miete mit nachträglicher Kaufoption, zur Miete sowie als „Junges Wohnen“ für die jüngere Generation als Startwohnung angeboten. „Wir haben Wohnraum bedarfsorientiert für alle Anspruchsgruppen geschaffen“, erzählt Geschäftsführer Stefan Haubenwallner beim Spaziergang über das Areal und nennt genau diesen Punkt auch als wesentliches Erfolgsrezept für die zukünftige Schaffung von Wohnraum.

Bauen in der Region

Die GSG als Tochterunternehmen der Lenzing AG schafft seit 80 Jahren Wohnraum. Das Unternehmen wurde 1938 zum Zweck der Versorgung der Mitarbeiter der Lenzing AG gegründet und erhielt 1941 die Gemeinnützigkeit. Im Laufe der Jahre ist als Ergänzung zur Planung und Errichtung von mehrgeschossigen Wohnhäusern und Reihenhäusern der Kommunalbau dazugekommen: „Damit sind wir Komplettanbieter und können von der Krabbelstube bis zum Altenheim alles bauen.“ Aktuell verwaltet die GSG rund 5.400 Verwaltungseinheiten, wozu neben Wohnungen etwa Tiefgaragen oder Geschäftslokale zählen. Die Digitalisierung sei eine große Herausforderung. „Die Menschen sind es gewohnt, Dienstleistungen und Service bis zu einem gewissen Grad rund um die Uhr zu bekommen – wir müssen uns dynamisch weiterentwickeln“, sagt Haubenwallner und nennt als Beispiele einen Onlinezugang zur Betriebskostenabrechnung sowie Drohnenaufnahmen für 3D-Planungen. Die GSG ist im Seengebiet bis ins Salzkammergut in Richtung Salzburg sowie bis Wels-Land tätig: „Wir bauen mit den Gemeinden und für die Menschen in der Region, die eine etwas kleinere Brieftasche haben.“ Auf die Regionalität ist die GSG stolz. „Die Menschen sollen ihre Hausverwaltung in einem vernünftigen geographischen Abstand erreichen. Außerdem kreieren wir eine regionale Wertschöpfung durch die Zusammenarbeit mit Firmen in der Nähe und verursachen keine unnötig hohe CO2-Bilanz“, erklärt Haubenwallner, warum Angebote zur Erweiterung des geographischen Tätigkeitsbereiches bisher abgelehnt wurden.

Mit den gewerblichen Bauträgern gebe es ein gutes Nebeneinander, jeder bediene ein anders Marktsegment. Die Arbeit für gemeinnützige Wohnbauunternehmen werde aber in der Tiefzinsphase schwieriger, weil immer mehr Private ins Realeigentum flüchten und am Wohnmarkt auftauchen. Diese Aktivitäten müsse man steuern: „Da wird sehr viel gewidmetes Bauland verkauft, das dann nicht mehr verfügbar ist und wir wissen auch nicht, ob und wann Projekte auf den Markt kommen.“ Im Seengebiet spüre man die Knappheit der Grundstücke noch einmal deutlicher: „Grundstücke werden zu Preisen verkauft, die mit dem tatsächlichen Verkehrswert überhaupt nichts mehr zu tun haben.“ In Österreich werde man vorerst keine Blasenbildung wie in Amerika erleben. Es gebe aber Mikromärkte, wo sich die Preisspirale massiv nach oben dreht. „Besonders im Seengebiet werden Wohnungen oft zur Geldanlage gekauft und stehen dann teilweise leer.“

Haubenwallner sieht daher die Politik gefordert und nennt als einen Punkt die Schaffung von gemeinde- und regionenübergreifenden Raumordnungskonzepten: „Wir müssen bei der örtlichen Raumentwicklung vom Kirchturmdenken wegkommen.“ Es müsse festgelegt werden, wo sich Wohnbau entwickeln soll und dort sollten für den geförderten Wohnraum diverse Flächen über Verträge oder Sonderwidmungen vorgesehen werden. Jetzt gebe es in gewissen Gemeinden im Seengebiet mit bis zu 60 Prozent Zweitwohnsitzen für die Einheimischen oft nicht mehr genug leistbaren Wohnraum. Zusätzlich sei in Vöcklabruck, der zweitstärksten wirtschaftlichen Region Oberösterreichs, mit Zuzug zu rechnen. Große Leitbetriebe seien auf Wachstumskurs. „Mit langfristigen Raumordnungsüberlegungen könnten wir Wohnraum für Menschen in der Region, aber auch Zweitwohnbesitzern schaffen. Wir brauchen beides, denn die Zweitwohnsitze finanzieren die Infrastruktur mit und beleben auch den Tourismus.“ Aufgrund der Grundstücksknappheit müsse man weiterhin auf die Verdichtung und Nachverdichtung von Wohnraum im Zentrum setzen. Dort könne man wegen der bereits bestehenden Infrastruktur kostengünstiger bauen. Weiters sei die Nutzung von leerstehenden Objekten ein nachhaltiger Umgang mit den vorhandenen Ressourcen: „Wir müssen sorgfältiger darauf schauen, dass wir nicht alles zubauen, während in Kernzonen Objekte leer stehen und Grundstücke brach liegen.“

„Wir müssen bei der örtlichen Raumentwicklung vom Kirchturmdenken wegkommen und gemeinde- und regionenübergreifend Konzepte entwickeln.“

Stefan Haubenwallner Geschäftsführer, GSG – Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft für den Bezirk Vöcklabruck

#Ähnliche Artikel

„How to …?“

Wie vermarktet man erfolgreich Immobilien? Welche Qualitäten muss ein Gewerbeobjekt mitbringen? Achim Harrer, Gewerbeimmobilienexperte von Real 360, spricht beim Rundgang durch zwei Neubauobjekte über Mieterwünsche, Hausaufgaben eines Immobilienmaklers und welche Vermarktungsqualitäten man mitbringen sollte.

Wenn Einhörner baden gehen

Es sind oft kuriose Wünsche, welche die Geschäftsführerin von City Wohnbau in Linz, Anne Pömer-Letzbor, ihren Kunden erfüllt. Solange es baurechtlich erlaubt ist, mache sie das aber gerne. Denn in Zeiten von Grundstücksknappheit und Niedrigzinsen könne man sich am besten durch exklusive Bauprojekte und eine gute Kundenbetreuung von der Konkurrenz abheben. Das ist das berühmte Tüpfelchen auf dem i, oder in diesem Fall: der Glitter auf dem Einhorn.

PR

außergeWOHNlich – Die neuen Top-Objekte

Obwohl die Immobilienpreise steigen, herrschen dank der Niedrigzinsphase gute Voraussetzungen für eine Investition. Immer häufiger wird dafür im Internet nach einer passenden Immobilie gesucht.

„Ja, wir schaffen das!“

Mit diesem Leitsatz scheut Bob der Baumeister keine noch so große bauliche Herausforderung. In der realen Welt ein Haus zu bauen ist jedoch kein Zeichentrickfilm. Es muss allerdings auch kein Horrorfilm werden. Jedenfalls dann nicht, wenn man vorab die richtigen Experten befragt, worauf man wirklich achten muss und auf welche Herausforderungen man sich einstellen sollte. Dafür haben wir wertvolle Tipps eingeholt, damit jeder Häuslbauer sagen kann: „Ja, ich schaffe das!“

Wo Anton Bruckner auch gerne gewohnt hätte …

Wo früher Musiker und Künstler ausgebildet wurden, entstehen nun fünf verschiedene Wohnungstypen auf 31 Stockwerken – vom Microflat bis zum Penthouse. Bis vor kurzem stand hier noch die ehemalige Bruckneruni, 2020 soll das neueste, exklusive Projekt von City Wohnbau fertig sein. Ein Blick in die Glaskugel verrät, wie Familien mit Kindern, Singles und Personen im Ruhestand zukünftig im Bruckner Tower in Linz-Urfahr wohnen werden. Wer weiß, vielleicht wäre Anton Bruckner gerne einer von ihnen gewesen.

„In Wahrheit kann ich nichts Anderes“

Von Beginn an hat Real 360 auf Vermarktungsinnovationen wie Virtual Reality gesetzt. Das trägt Früchte: Nach drei Jahren ist man einer der größten Immobilienanbieter in Linz. Und auch wenn sie nach eigenen Aussagen eigentlich nichts Anderes können als Immobilien zu verkaufen oder zu vermieten, ihr Geschäft beherrschen sie dafür umso besser. Ein größerer Unternehmenssitz war aufgrund der stetig wachsenden Auftragssituation und der Vergrößerung des Teams die logische Konsequenz.

Swimmingpool oder Naturteich? Living-Pool!

Beim Traum vom eigenen Garten gehört für viele auch eine Bademöglichkeit dazu. Für viele Gartenbesitzer stellt sich da die Frage: Swimmingpool oder Schwimmteich? Mit dem von der Firma Biotop entwickelten Living-Pool gibt es nun eine Alternative. „Freiraum Gärtner von Eden“ aus Alkoven ist einer der lizenzierten Partner, die Living-Pools anbieten und wurde 2017 für das beste Design aller in Europa gebauten Living-Pools ausgezeichnet. Eigentümerin Alexandra Zauner über die Realisierung von Gartenträumen.

Was die Zukunft bringt …

Was passiert,wenn man Experten aus sämtlichen Bereichen des Bauens und Wohnens in die Glaskugel schauen lässt? Man bekommt Antworten auf Fragen wie: Warum werden im Bad Wasserhähne zu Wasserfälle und warum sollten Büros Balkone haben? Wie sorgt man mit Camping-Sesseln für mehr Emotionen in der Arbeitswelt und welche Herausforderungen warten beim Ladenbau? Ein Überblick über Trends beim privaten Wohnen, im Arbeits- und Einkaufsbereich.

„Den olympischen Gedanken gibt es bei mir nicht“

Hubert Wetschnig ist neuer technischer Geschäftsführer der Habau Gruppe. Niederlagen kann er weder im Beruf noch in seiner Freizeit am Tennisplatz leiden – der 54-Jährige spielt in seiner Altersklasse in der höchsten Liga Wiens. Falls er Zeit hat. Denn den Begriff „Work-Life-Balance“ hat er aus seinem Wortschatz gestrichen. Schon seit seiner Zeit als junger Bauleiter.

Gratwanderung zwischen Tradition und Moderne

Der Werkstoff Holz wird mit Gesundheit und Behaglichkeit im persönlichen Lebensraum assoziiert. Häuser zur Gänze aus Holz stellen aber oft eine komplizierte Gratwanderung zwischen Tradition und Moderne dar. Wie die Umsetzung funktioniert, weiß man beim Fenster- und Türenhersteller Josko in Kopfing im Innkreis.

„Mit einem Sparbuch kann ich mir ins Knie schießen“

Es waren einmal ein gelernter Bäcker, ein Vertreter von Friseurzubehör und ein EDV-Verkäufer. Trotzdem bringen sie zusammen mehr als 85 Jahre Erfahrung im Immobilieninvestment mit. Dieses Triumvirat kennt den Markt wie ihre Westentasche und transportiert mit der Öko Wohnbau mittlerweile 164 Millionen Investitionsvolumen. Etabliert hat man sich vor allem als Anbieter von sogenannten Bauherrenmodellen.

Wie wohnt man heute?

Werte wandeln sich. Und werden durch Kunst, Kultur und Architektur gespiegelt – seit Jahrtausenden. Doch welchen Stellenwert hat das Wohnen heute? „Einen viel größeren als noch vor einigen Jahren“, meint Klaus Hoflehner, Geschäftsführer von Hoflehner Interiors. Denn neben Ästhetik und Design schätzt man heute an den eigenen vier Wänden vor allem eines: Ruhe, Gemütlichkeit und Rückzug.

"Wir schaffen nicht mehr als drei Prozent Wirtschaftswachstum"

Sie sind wertmäßig Marktführer bei Holz/Alu-Fenster und Nummer Zwei auf dem Gesamtfenstermarkt. Josko Fenster und Türen mit Standorten in Kopfing und Andorf hat die zwei besten Jahre seiner Unternehmensgeschichte hinter sich. Doch der starke konjunkturelle Rückenwind birgt auch seine Tücken. CEO Johann Scheuringer junior in vier Statements darüber, wie er den Fachkräftemangel sieht, welche Bedeutung Employer Branding für Josko hat und warum man überrascht war, im Trend-Ranking zu den Top-Arbeitgebern Österreichs zu zählen.

PR

Außergewohnlich

Er wird mit 31 Geschossen der höchste Wohnturm der Stadt und umfasst Angebote von Premium-Wohnungen bis hin zu Microflats. Der Bruckner Tower in der Wildbergstraße ist momentan eines der spannendsten Bauprojekte in Linz. Aber nicht nur Hochhaus-Liebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Auch unter den neuen Top-Objekten des Landes: Exklusive Eigentumswohnungen am Attersee, Wohnen im Altbau und ein Büro im geschichtsträchtigen Palais.