Schlüsselfaktor Qualifizierung

Der Maschinenring gehört zu den wichtigsten Arbeitgebern im ländlichen Raum, die angebotenen Dienstleistungen reichen von Grünraumdienst über die Baumpflege bis zum Winterdienst. Bis zu 1.800 saisonale Mitarbeiter beschäftigt man in Oberösterreich zu Spitzenzeiten, zukünftig sollen es noch mehr werden. Denn das Unternehmen will wachsen, digitaler werden – und anderen dabei helfen.

Selbstfahrende Traktoren, die Felder umpflügen, während der Landwirt vor dem Rechner sitzt und die Daten auswertet: In den USA könnte die Feldbestellung schon bald so aussehen, Österreich ist mit seinen kleinbäuerlichen Strukturen noch weit davon entfernt. Trotzdem wird auch hier das Schlagwort „Smart Farming“ immer wichtiger. „Den Maschinenring gibt es seit etwa 50 Jahren, in der Gründungszeit war es eine Herausforderung, die landwirtschaftlichen Betriebe bei der Mechanisierung und Automatisierung zu begleiten“, sagt Franz Moser, Geschäftsführer des Maschinenring Oberösterreich. Heute ist die Unterstützung von Landwirten bei der Digitalisierung eine ähnlich große Herausforderung. „Schon jetzt erheben landwirtschaftliche Maschinen enorme Datenmengen“, sagt Moser, „diese Daten werden aber noch nicht verarbeitet und ausgewertet.“ Das soll sich in Zukunft ändern, damit Betriebsmittel noch besser eingesetzt werden können und die Effizienz gesteigert werden kann – besonders für die Nachhaltigkeit ist das ein wichtiger Schritt. Derzeit entwickelt man Konzepte, wie Landwirte bei diesen Schritten unterstützt werden können. „Derzeit ist bereits ein Spurführsysem 30.000 Stunden jährlich im Einsatz, mit dem die Traktoren bis auf 2,5 Zentimeter genau gesteuert werden können – diese Daten lassen sich im darauffolgenden Jahr wieder abrufen“, sagt Moser. So kann exakt dieselbe Spur wieder gefahren werden – das spart Zeit und Geld.

Selbst setzt der Maschinenring schon längst auf Digitalisierung. Besonders im Winterdienst – dem Hauptgeschäft des Unternehmens – ist die Analyse der gefahrenen Strecken mittels GPS ein großes Thema. „Die Kunden wollen eine Nachvollziehbarkeit der geleisteten Einsätze“, sagt Kommunikations-Leiter Rainer Schöffl. Auch bei klassischen Sommerdiensten können neue Technologien unterstützen – etwa bei der Erfassung der Baumgesundheit durch Tablets.

Im gewerblichen Bereich konnte der Maschinenring im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 17 Prozent steigern. „Das hat zwar auch mit dem relativ strengen Winter zu tun, aber wir konnten in allen Bereichen ein Wachstum verzeichnen“, erklärt Moser. Und dieses Wachstum soll sich fortsetzen. „Wir wollen weiter zulegen, dazu sind auch neue Arbeitskräfte nötig.“ 225 angestellte Mitarbeiter beschäftigt der Maschinenring Oberösterreich, dazu kommen bis zu 1.800 Arbeiter zu Saisonspitzen. Zwölf Lehrlinge bildet man derzeit aus, viele zukünftige Mitarbeiter würden als Hilfskräfte ohne fertiges Berufsbild zum Maschinenring kommen.

Die Suche nach Arbeitskräften gestaltet sich nicht immer einfach. „Der Wettbewerb um gute Köpfe ist enorm“, sagt Moser. Die Marke Maschinenring werde österreichweit zwar sehr stark wahrgenommen, aber um noch attraktiver für Arbeitnehmer zu werden, setzt man seit einigen Jahren massiv auf Weiterbildung. „Neben der Rekrutierung wird die Qualifizierung zum Schlüsselfaktor für uns“, sagt Moser. Vor vier Jahren rief man eine Trainee-Ausbildung zur Wirtschafts- und Agrar-Fachkraft ins Leben, das funktionierte so gut, dass die Maschinenringe der restlichen Bundesländer nachzogen – Oberösterreich war die Pionier-Region. Die Trainees werden in den Maschinenring-Fachgebieten vielseitig ausgebildet und bekommen ein Diplom. „Wir haben gesehen, dass wir durch diese Ausbildung auch neue Zielgruppen für uns interessieren können, die sich davor nicht hätten vorstellen können, für den Maschinenring zu arbeiten“, sagt Moser.

Neue Berufsbilder durch Klimawandel

Einen großen Vorteil hat das Unternehmen bei der Mitarbeitersuche: „Wir sind dezentral strukturiert und haben so einen direkten Zugriff auf ländliche Regionen.“ Denn der Maschinenring ist in regionalen Vereinen als Geschäftsstellen organisiert, die vor Ort als Ansprechpartner und Dienstleistungsdrehscheibe fungieren. Insgesamt gibt es 23 solche Stellen in Oberösterreich mit insgesamt etwa 20.000 Mitgliedern. Moser: „So kann eine eine flächendeckende und rasche Abwicklung für Unternehmen jeder Größenordnung garantiert werden, kaum jemand ist so schnell und flexibel wie wir.“ Die Vorteile für die Mitarbeiter liegen auf der Hand: Die Arbeitsplätze sind in vielen Fällen quasi vor der Haustüre – und an der frischen Luft. Arbeitsfelder gibt es viele – vom Baumbereich über Gartengestaltung bis hin zum Winterdienst –und werden ständig mehr. In der Zukunft werden auf den Maschinenring und seine Mitarbeiter ungewohnte Herausforderungen zukommen. „Schon jetzt beschäftigen wir uns mit Naturgefahren-Management – durch den Klimawandel wird dieses Berufsbild wohl an Bedeutung gewinnen“, sagt Schöffl._

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